Schon im Sommer vollendete die 22-Jährige ihr Werk und versprach ihren Fans hoch und heilig, ihr Baby erblicke noch 2013 das Licht der Welt. Ihre Plattenfirma hingegen verlegte die Veröffentlichung auf März 2014, woraufhin Angel Haze mit einer frei zugänglichen Version von Dirty Gold auf SoundCloud im Dezember provozierte. Ihr Kommentar: „So sorry to Island/Republic Records, but fuck you.“

Die Plattenfirma reagierte sofort, entfernte das Album und veröffentlichte Dirty Gold am 30. Dezember 2013 (deutscher Release ist der 13. Januar 2014). Ob Angel Haze damit Profil beweist oder alles nur ein PR-Gag ist, bleibt zunächst ungeklärt. Fest steht jedoch, dass ihr somit ein gewisses Maß an Medienaufmerksamkeit zukommt und die Rapperin ihr Versprechen an die Fans halten konnte.

16 Songs können einem vorerst Angstschweiß ins Gesicht strömen lassen, zeugt doch Masse nicht immer von Klasse. Zweifelsohne sind es ihre Rapkünste, welche von großer Klasse zeugen. Ergreifende Texte treffen auf mitreißende Beats und bilden trotz „fuck“ und „bitch“ eine sprachliche Ästhetik.

Doch hinter der Schokolade befindet sich ein Überraschungsei, prall gefüllt mit sämtlichen R’n B-, Dubstep- und elektronischen Elementen. In „White Lilies/White Lies“ versprüht eine Laute arabische Funken, während die junge Rapperin in „Planes Fly“ ihrer schönen und geschmeidigen Stimme freien Lauf lässt.

Ob es die experimentellen Einflüsse von M.I.A. oder die souligen Töne der Beyoncé sind, Angel Haze mischt eine neue Farbe an. Sie ist warm, neon und vor allem deckend. Das Album ist ihr Statement – zu gesellschaftlicher Misere, zu Ungerechtigkeit, zu Gefühlen. Für die einen mag es zu viel softer R’n’B sein, andere finden ihre Erfüllung darin.