Der Turm steht erhaben auf einem Felsen aus Monzonit und Kreideablagerungen über dem Plauenschen Grund – so nennt man diesen besonders engen Abschnitt des Weißeritztales zwischen Dresden und Freital. Der Blick von der Aussichtsplattform ist atemberaubend. Man befindet sich hier 190 Meter über Normalnull.

Man sieht die vor fast 150 Jahren eröffnete Bahnstrecke im Weißeritztal. Man sieht die alten Industriegebäude, die von den großen Tagen der Plauenschen Industrie zeugen. Und der Abstand zur Talsohle ist genau richtig: Die Züge, die Autos, die Menschen schauen aus wie der Teil einer Modelleisenbahnplatte. Man fühlt sich ganz frei wie ein Vogel. Weitet man den Blick, kann man das ganze Elbtal, dieses ganze Venedig des Ostens sehen.

Weil der Turm nur Samstag und Sonntag von 11–17 Uhr geöffnet ist, ist es aber gar nicht so einfach, hineinzukommen. Da ist man ja auch noch nicht unbedingt wach. Oder noch. Oder was. Doch das ist nicht schlimm: Rund um den Hohen Stein gibt es viele weitere Aussichtspunkte und Orte zum Verweilen.

Ein toller Blick ins Elbtal

Da gibt es die weitläufigen Wiesen, von denen man einen Blick ins große Elbtal als auch ins kleinere Weißeritztal werfen kann – und auf denen man viel ungestörter ist als in vielen überlaufenen Parks und Plätzen der Stadt. Nur mitbringen muss man seine Sachen. Einen Supermarkt um die Ecke gibt es nicht, scheiße. Dafür finden hier im Sommer gern Open Airs statt. Und es gibt den „Bienert-Wanderweg“. Der führt von der Bienertmühle am Bahnhof Plauen durch das ganze Weißeritztal und ist nach dem Fabrikanten Gottlieb Traugott Bienert benannt.

Die Höhe der Produktion wird nur durch die Nachfrage, nicht durch die Leistungsfähigkeit der Maschinenanlage bestimmt; Herstellung tadelloser Qualitäten, nicht billige Massenerzeugung wird erstrebt.

Gottlieb Traugott Bienert

Bienert hatte im 19. Jahrhundert als Großbäcker in Plauen ein Vermögen gemacht und trat als Wohltäter des Dresdner Vororts auf. Seine Parks, seine Villa, seine Mühle: all das lässt sich auf einem Spaziergang erkunden. Und auf dem Weg gibt es zahlreiche Stellen zum Pausieren. Ob unter den Bäumen einer Obstwiese, ob in einem kleinen Waldstück oder an einer Schleuse der Weißeritz. Zu anstrengend soll das ganze ja auch nicht sein.