Rhythm

BY

Wildbirds & Peacedrums

Release

24.11.2017

Label

The Leaf Label
Wildbirds & Peacedrums sind Mariam Wallentin und Andreas Werliin – privat ein glückliches Ehepaar, beruflich eins der interessantesten Duos in Europa. Gerade erscheint Rhythm, das vierte Album der Beiden und ein starker Beweis für die Regel „Weniger ist mehr“. Ein Schlagzeug und eine Stimme – minimalistisch und trotzdem ausdrucksstark.

„Dieses Album sollte wirklich zu 100% unsere Handschrift tragen, uns repräsentieren. […] Nur uns beide. Quasi ein Sound, der sich anfühlt, als würde man direkt vor uns stehen – oder gleich in uns drin sein.“

Mariam Wallentin

Kennengelernt haben sich Wallentin und Werliin 2004 an der Academy of Music and Drama in Göteborg und auch wenn man streiten möge, scheint die Liebe zur Musik und nicht zueinander, zuerst da gewesen zu sein. Nichtsdestotrotz schaffen Wildbirds & Peacedrums die beiden Leidenschaften perfekt zu kombinieren. Überzeugt waren sie davon recht schnell: Ein Jahr nach dem sich das Paar kennengelernt hat, war es schon verheiratet und brauchte nur ein weiteres Jahr um das Debütalbum Heartcore fertig zu produzieren. Dieses blieb allerdings bis 2007 in Schweden und bis 2008 den Fans weltweit vorenthalten.

Die nächsten zwei Alben folgten dann aber jährlich. Das Album Nummer Zwei The Snake konnten Wildbirds & Peacedrums zeitnah mit dem Gewinn von Jazz-In-Sweden-Award finanzieren. Plötzlich war für das Duo eine Einmietung in das Svenska Grammofonstudion in Göteborg möglich. Somit weiteten sich auch die Einflüsse anderer Musiker und Produzenten aus. Neben der kraftvollen Stimme von Wallentin und dem Schlagzeug, gab es jetzt mehr Platz für weitere Instrumente. Marimba, Xylophon und zahlreiche Zupfinstrumente wurden präsenter und haben den sphärischen Charakter der Musik deutlich verstärkt. Viel mehr bewegte sich das Duo in Richtung der Weltmusik und enfernte sich zum Teil von dem reduzierten Ansatz, den Wildbirds & Peacedrums am Anfang hatten.

Rivers – das dritte Album des Duos – zeigt die zwei Seiten von Wildbirds & Peacedrums sehr deutlich. Das Album ist eine Zusammensetzung von zwei EPs, Retina und Iris. Die erste der EPs wurde in einer Kirche mit Unterstützung eines Chors aufgenommen und ist dementsprechend stark sakral und ausufernd. Als Gegenpol dazu steht Iris. Die zweite EP ist klarer, roher und viel mehr auf den Punkt gebracht. Dort schlugen Wildbirds & Peacedrums die Richtung ein, die vier Jahre später in Rhythm münden wird.

„Der Plan lautete, mit diesem Album zu unseren Wurzeln zurückzukehren. Was bedeutet: Schlagzeug und Gesang. Sonst nichts, von einer Bass-Spur hier und da jetzt mal abgesehen. Schlagzeug plus Stimme. Rhythmen. Das Album sollte genauso eindringlich und intensiv wie unsere Liveshows klingen – und zugleich genauso chaotisch wie die Welt, in der wir leben.“

Mariam Wallentin

Damit sich das Album wie ein Live-Erlebnis anfühlen kann, hat das Duo versucht, jeden Song in einem Take aufzunehmen. Wallentin und Werliin standen sich in einem Raum ihres eigenen Studios gegenüber und schauten sich in die Augen keine Ablenkung und keine fremden Einflüsse. Von den ersten Sekunden des Songwritings bis zum letzten Produktionsschritt wurde Rhythm ausschließlich von den Beiden kreiert.

Rhythm ist das, was die Band seit Jahren angestrebt hat: Eine unmittelbare und reine Platte, die Raum lässt, aber gleichzeitig mit Energie und Emotionen vollgepackt ist. Wildbirds & Peacedrums setzen auf Tempovariationen und schöpfen aus R&B oder Gospel. In Songs wie „The Unreal vs The Real“ oder „Everything All The Time“ kann man die sphärische, langgezogene und ausufernde Art der Vorgänger finden, die sich neben den catchy und groovigen „The Offbeat“ oder „Keep Some Hope“ doch noch Platz nimmt. Insgesamt ist Rhythm jedoch schnör­kel­los, energetisch, vielleicht manchmal etwas karg, aber genau das macht die Platte so besonders.