Am 5. Februar 2015 gingen die Veranstaltungen mit und um das interkulturelle Sofa in die erste Runde. Bei den „Sofageschichten“ erzählten Geflüchtete ihre persönlichen Geschichten:

Etwa 50 Menschen hatten sich an diesem Abend im Projekttheater in der Dresdner Neustadt eingefunden. Auf der in schwarz getauchten Bühne, als einzig beleuchtetes Objekt: Das Sofa. Die Menschen, die auf ihm Platz nahmen, sollten ihre Geschichten erzählen.
Eine von ihnen ist Frau Mahmood. Frau Mahmood musste 1996 aus ihrer Heimat, dem Irak, mit ihrer Familie fliehen:

[… Mein Mann wurde verfolgt. Warum? Weil er eine soziale und humanitäre Hilfe geleistet hat, für Familien deren Männer damals im Gefängnis waren. Meinen Onkel haben sie festgenommen und verhaftet und bevor er entlassen wurde, haben sie ihm irgend ein Getränk gegeben. Nach einer Woche ist er verstorben. Wir hatten versucht dort zu bleiben, irgendwie. Aber das ging nicht mehr auf Dauer. …]

Heute ist die studierte Ingenieurin für Elektrotechnik In Am Sayad Mahmood Vorstandsvorsitzende des Ausländerrates Dresden, Referentin für interreligiösen Dialog, Dolmetscherin für Arabisch und Persisch und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

Zumindest an diesem Abend im Dresdner Projekttheater stieß das Projekt „Das interkulturelle Sofa“ auf offene Ohren und offene Herzen. Der Afropa e.V., ein Verein für europäisch-afrikanische Zusammenarbeit, der das Projekt von Anna Buchgraber veranstaltet, ist zufrieden. Weitere Veranstaltungen mit dem fahrbaren Sofa sind schon in Planung. So etwa Zusammenarbeiten mit dem Staatsschauspiel Dresden.

In wie weit das Projekt „interkulturelles Sofa“ auch von der breiten Masse der Dresdnerinnen und Dresdnern angenommen wird, und ob es wirklich viele Menschen dazu anregt sich miteinander zu unterhalten und sich gegenseitig ihre Geschichten zu erzählen, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Wir bleiben natürlich dran.