Pentatones beschreiben ihre Musik wenig aussagekräftig als „DarkSometimesBrightPop“ – tatsächlich aber klingt ihr aktueller Langspieler überhaupt nicht schwarz und weiß. Ihre Songs sind waberne Klangteppiche und weitaus komplexer als die Fünfton-Musik, die der Bandname suggeriert. Meist entwickeln sich aus nichts als einem Beat und Gesang pulsierenden Hymnen, bestens demonstriert im Song „The Beast“.

Der Albumtitel Ouroboros bezeichnet in der ägyptischen Mythologie eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, und beschreibt seit der Antike ein Symbol der Vollkommenheit. Oder, wie Sängerin Delhia de France ganz pragmatisch feststellt:

Es gibt keinen Anfang und kein Ende. Das umschreibt auch einen Loop. Und weil wir im Grunde Loop-Musik machen, passt diese Metapher auf unseren ganzen Arbeitsprozess und auch auf die Musik.

Delhia de France

Kreise haben auch die Album-Promo der Pentatones bestimmt: In einem Video, das sich mittlerweile als cleveres Fake herausgestellt hat, lässt sich Delhia ebendiese Form ins Gesicht tätowieren, welche nun auch das Cover zu Ouroboros ziert. Der resultierende Hype, der die Band in den Fokus vom Rolling Stone Magazin, Puls.fm und sogar Bild.de rückte, lenkt aber vor allem von einem ab: Was für großartige Musik die Pentatones hier abgeliefert haben. Im Vergleich zum letzten Album, The Devils Hands, sind ihre Arrangements hörbar aufwendiger geworden, die Melodien wirken harmonischer und der Minimal-House-Touch der älteren Songs wurde verbannt. Es hat den Anschein, dass Delhia sich in den höheren Tonlagen wohler fühlt als noch vor knapp zwei Jahren. Ihre Stimme wirkt weniger brüchig und die tiefen Spoken-Word-Parts sind völlig verschwunden, wobei ersteres auch an der exzellenten Produktion Robot Kochs liegen könnte. Was geblieben ist, ist das Rauschen, das Knistern, die fremdartig und doch ganz vertraut klingenden Geräusche, an denen man einen Pentatones-Song erkennen kann. Schönstes Beispiel: Das Quietschen von Schuhsohlen auf Turnhallenboden, das sich ganz natürlich in die Kulisse von „Into My Venes“(sic!) einfügt.

Wenn ihr euch live & in Farbe von den Qualitäten der Band überzeugen wollt, könnt ihr das am 1. April tun: Wir vom Campusradio Dresden verlosen 2×2 Freikarten für das Konzert in der Groovestation. Sendet dafür eine E-Mail mit eurem vollen Namen und dem Betreff „Ouroboros“ an gluecksfee@campusradiodresden.de.