Bereits seit einigen Jahren ist die Palais Poesie fester Bestandteil des Palais Sommer. Einen Abend lang tragen vier bis fünf Poeten ihre neuesten Gedichte vor. Damit es auch etwas Abwechslung auf die Ohren gibt, erwartet das Publikum musikalische Begleitung von Central Boom and Space, die  die Zeit zwischen den Lesungen mit einer Mischung aus sphärischen und elektronischen Klängen füllen.

Wir sprachen mit Volker Sielaff, Organisator der Veranstaltung und einer der Vorsitzenden des Literaturforums Dresden. Der Verein organisiert verschiedene Lesungen in Dresden und möchte vor allem auch internationale Poeten in die Stadt einladen. Die Palais Poesie ist also eine Kooperation vom Palais Sommer sowie Literaturforum und lockt jährlich viele Besucher an. Der Reiz der Veranstaltung macht vor allem die Zwanglosigkeit aus. Ob man nun auf der mitgebrachten Decke mit eigenem Picknick den Abend genießt oder sich vor Ort ein Glas Wein gönnt, ist jedem selbst überlassen.

Wie es euch gefällt!

William Shakespeare

Poesie ist eine eher verkannte literarische Form. Die meisten von uns wurden in der Schule damit gequält ellenlange Gedichte wie Goethe’s „Erlkönig“ auswendig zu lernen und vor der ganzen Klasse zum Besten zu geben. Das schreckt viele ab. Und so findet man Poesie eher selten in den Bestsellerlisten. Lyrik ist ja schließlich hochkompliziert und tiefsinnig. Viel zu anstrengend. Das sieht Volker Sielaff anders.

Man sollte sich nicht zu sehr den Kopf zergrübeln, was der eine oder andere Dichter mit dieser oder jener Zeile gemeint haben könnte. […] Gedichte sind etwas ganz Eigenes, dass man ruhig auf sich wirken lassen kann, wie ein Sommerregen.

Volker Sielaff

Wer sich nun doch einmal auf Poesie einlassen möchte, kann das entweder zum nächsten Palais Sommer oder an weiteren Veranstaltungen des Literaturforums tun. Am 03. September 2015 findet ab 19.00 Uhr eine Lesung in der Kunstbibliothek des Residenzschlosses unter dem Titel „Ein Dichter. Ein Maler. Von der Linie zum Bild, vom Wort zum Gedicht“ statt und verbindet Lyrik mit Malerei.