Foals waren bis jetzt eine Band, die sich auf jedem ihrer Alben neu erfand. 2007 nach ihrem Debüt Antidotes richteten sich alle Augen auf die britischen Inseln, wo die Oxforder blitzschnell gehyped wurden. Beobachtet werden sollte die Entwicklung eines neuen Sounds – einer Mischung aus Afropop, Mathrock und Postpunk. Nur Foals überlegten sich es anders und lieferten 2010 mit Total Life Forever etwas Neues. Sie nahmen das Tempo deutlich raus und gaben dem Sound mehr Platz zum entfalten. Doch Holy Fire war 2013 wieder stärker im Sound und öffnete sich intensiver für Einflüsse aus dem Funk- oder Stoner-Bereich. Sechs Jahre nach ihrem Debüt war die Entwicklung wieder überraschend, aber die Foals konstant gut. Nun kommt 2015 What Went Down heraus und ist zum ersten Mal einen Schritt und keinen Sprung von seinem Vorgänger entfernt.

We just wanted to take the next step and there wasn’t a lot of thought. We wanted to write new better songs and surprise ourselves in a process. I think, we’ve learned some things on “Holy Fire” that we probably used to realise better on this record. „Holy Fire“ in a certain way was a learning process.

Yannis Philippakis, Sänger und Frontman von Foals

What Went Down entstand während der Tour zu dem Vorgängeralbum, was die Entwicklung in vielerlei Hinsicht beeinflusst hat. Die Band bespielte immer größere Bühnen, beherrschte immer besser ihre Instrumente und berauscht von Live-Auftritten suchte wahrscheinlich unterbewusst einen Sound, der noch mehr den großen Bühnen gerecht werden könnte. Außerdem bringen gemeinsame Konzerte und lange Tourneen die Bandmitglieder mehr zusammen, was die Arbeit leichter und intuitiver macht.

I think there’s more like space for everybody to have an input. There’s more trust and there’s less discussion. There are less things, which have to be said, because everybody understands what needs to be done silently. We have played so long together, that we become some kind of smashed, when we play together.

Yannis Philippakis, Sänger und Frontman von Foals

Der Titeltrack des Albums ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie intensiv, stark und gleichzeitig eingängig Foals auf What Went Down geworden sind. Genau diese Stärke, etwas Animalisches, wie dem Urinstinkt entsprungen, wollten Foals mit ihrem aktuellen Album rüberbringen. Doch die Platte ist vielfältiger geworden und lässt Platz sowohl für bühnenstarke Rocksongs, als auch eingängige Popsongs und ein paar entschleunigte Titeln. Wobei man zugeben muss, dass Letzeres der Band auf Total Life Forever viel besser gelang und die aktuellen Songs nur schlecht an die Meisterstücke wie „Spanish Sahara“ oder „Blue Blood“ rankommen.

Dennoch ist What Went Down ein Album, das auf der Bühne eine neue Qualität bekommt und mit Songs wie „Mountains At My Gates“ das immer zahlreicher werdende Publikum live begeistern wird. Je breiter das Publikum, desto größer die Bühnen und länger die Touren. Foals behaupten dabei, sich immer nur auf das Musikalische zu konzentrieren und keinen weiteren Erfolg anstreben zu wollen.

I think the reason why we have survived, is that we just focused on the music. We are quite good in blinkering out a lot of the external stuff. We like where we are now. I wouldn’t like playing in arenas or stadions. There’s a limit how big a show we like to play should be.

Yannis Philippakis, Sänger und Frontman von Foals

Ob Foals bald tatsächlich Stadien bespielen werden und ob sie es wollen, sei da dahin gestellt. Eines ist klar: Sie können es!