In der Deutschrap-Szene stellt Chefket einen angenehmen Gegenpol zur geläufigen Prollfraktion dar: Seine Texte behandeln ernste Themen wie Krieg, Integration oder staatliche Überwachung. In seinem Song „Glücklichster Rapper“ erklärt er warum:

Über Muskeln reden, darin seh‘ ich keinen Sinn.

Chefket

Aber auch ansonsten hebt sich Chefket, der als Sevket Dirican in der schwäbischen Alb geboren wurde, von der grauen Masse ab. So flog er für das Goethe-Institut im Rahmen des Projektes „Translating HipHop“ nach Manila, um dort mit Rappern aus Kolumbien, Kenia, dem Libanon und den Philippinen Lyrics auszutauschen. Im August 2010 hielt er sogar als Dozent am renommierten Middlebury College im US-Bundesstaat Vermont Vorlesungen über deutschen Hip-Hop.

Dabei ist Chefket aber keineswegs elitär. Im Gegenteil: Auf seinem neuen Album Nachtmensch flowt er lässig über coole Beats und schafft den Sprung von Tiefgang zu Witz mühelos, ohne dabei beliebig zu klingen. Unterstützung bei der Aufnahme erhielt er vom Hamburger Produzenten Farhot, der auch zuletzt für prominente Namen wie Selah Sue und Haftbefehl produzierte. Das bis Nachtmensch seit seinem letzten „richtigen“ Album Einerseits Andererseits fast sechs Jahre vergangen sind, rechtfertigt Chefket mit seinen zahlreichen Projekten und den langen Tourneen, wobei er unter anderem im Vorprogramm von Ohrbooten und Marteria unterwegs war. Seit dem Albumrelease diesen Sommer steht jedenfalls fest: Chefket ist der neue helle Stern am Deutschrap-Himmel.

Zuletzt konnte man Chefket als Support für Marteria bei den Filmnächten am Elbufer in Dresden erleben, im November kommt er für seine Nachtmensch-Tour nocheinmal zurück. Für sein Konzert in der Scheune am 8.11., präsentiert vom Campusradio Dresden, könnt ihr bei uns noch 2×2 Karten gewinnen! Alles, was ihr dafür tun müsst, ist eine E-mail mit dem Betreff „Nachtmensch“ an gluecksfee@campusradiodresden.de zu schicken. Die Gewinner werden bis zum 6. November benachrichtigt. Wir wünschen viel Glück!