Im ehemaligen Programmkino Casablanca in der Dresdner Neustadt wird an einer ganz besonderen Ausstellung gefeilt: Jungs im Alter von 10–12 Jahren treffen sich seit Anfang des Jahres einmal in der Woche nach der Schule und bauen im Computerspiel Minecraft an ihrer eigenen Ausstellung zum Thema “Erfolgsmodell Saurier”.

Im Grunde genommen sieht die Front aus wie das Japanische Palais. Ansonsten gibt es dann einen Vitrinenraum, wo die ganzen Vitrinen mit Fossilien drin sind. Dann gibt’s das Wassergehege, das Fluggehege und das Pflanzengehege.

Das Projekt will einen Schritt in die Zukunft gehen – hin zum multimedialen Museum. Die Kinder erfahren dabei nicht nur spielerisch etwas über Dinosaurier, sie führen auch Interviews mit Experten vor der Kamera und schneiden diese zu Filmen zusammen. Diese werden dann in die virtuelle Minecraft-Welt eingefügt. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch Führungen durch das digitale Dino-Museum.

Wir wollen das zum einem eben als so eine Art Let’s Play gestalten, das unsere Weltersteller einmal durchführen, dass man sich das als kleinen Film anschauen kann. Das andere wird sein, dass wir Live-Führungen anbieten über die Sommerferien hinweg.

Peg Koedel (Projektverantwortliche)

Das Ganze hat nicht nur einen positiven Lerneffekt für die Kinder, es birgt vor allem auch die Chance für viele Museen, wieder ein jüngeres Publikum zu erreichen.

Man hat dann ein Publikum im Museum, das man gar nicht so oft im Museum findet. Nämlich die Kids, die jetzt Minecraft programmieren, die sind schon länger mit der Ausstellung beschäftigt, als sie sich normalerweise an der Hand ihrer Großeltern durch die Ausstellung bewegt hätten. Da denk ich mir, kann man in Zukunft für die jungen viel mehr machen, bei der Präsentation von neuen Ausstellungen.

Andreas Weck-Heimann  (Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden)

Zur Langen Nacht der Wissenschaften kann man die Dino-Ausstellung schon bestaunen. Wenn alles fertig ist, wird das virtuelle Minecraft-Museum dann fest in den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden ziehen, die das Projekt mit initiiert haben. Bei dieser Gelegenheit kann man sich gleich noch die „normale“ Dino-Ausstellung anschauen.

Musik:

Bit Quest Kevin MacLeod (incompetech.com)

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