Nach einer Nacht im deutlich zu warmen Schlafwagen fanden wir uns Morgens im Danziger Hauptbahnhof (Gdańsk Główny) wieder. Von dort durchquerten wir zunächst die wunderschöne und menschenleere Altstadt, um zum Hostel zu kommen und unser schweres Reisegepäck abzustellen. Da wir um kurz nach sieben ankamen und erst ab 14 Uhr einchecken konnten, ging es erst mal zum nächsten Bäcker Frühstücken. Dort stieß dann auch unser fünfter Mitreisender, Marcus, dazu. Da wir am ersten Tag noch keine Termine hatten, streiften wir ein paar Stunden durch die Altstadt, spielten die klassischen Touristen und fuhren später an den Ostsee-Strand. Dort kühlte sich ein Großteil der Gruppe im angenehm temperierten Wasser ab, denn trotz Mitte September erreichten die Außentemperaturen annähernd 30 Grad Celsius. Der Tag endete bei einem guten Essen und einigen Bieren in einem einheimischen Restaurant.

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Am nächste Morgen wurden wir etwas unsanft vom frühen Vogel geweckt, da im Nachbarzimmer sehr lautstark Musik gehört wurde. Für unseren zweiten Tag in Danzig stand eine Hafenführung an, für die wir ein Taxi benötigten, um uns auf dem weitläufigen Gelände fortzubewegen. Dieses brachte uns zur Hafenverwaltung, wo wir um 9 Uhr einen Termin mit Herrn Stupak, dem Marketingleiter der Danziger Hafenbehörde, hatten.

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Zuerst fuhren wir, durch den neuen Straßentunnel, der auf Höhe des Hafengeländes die Tote Weichsel unterquert, zum Gebäude des Hafenkapitäns. Dort lauschten wir einer Präsentation zum Hafen, welcher der größte Polens ist. Danach ging es in den Harbour Tower, aus dessen Konferenzraum man einen wunderbaren Blick über die Ostsee und den Hafen hat. Anschließend besuchten wir ein Kühlhaus. Zur Einhaltung der Hygienevorschriften mussten wir, zur Unterhaltung aller, Schutzkleidung anlegen. In so einer Kühlkammer herrschen kuschelige Temperaturen von –20 Grad Celsius.

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Anschließend ging es zum Containerterminal und zum Schüttgutterminal mit tausenden Tonnen Kohle. Durch die hohen Temperaturen glühten und rauchten Teile der schwarzen Kohleberge schon, was uns für einen kurzen Moment in Unruhe versetzte. An dieser Stelle endete der offizielle Teil der Besichtigung auch. Wir holten nur noch kurz Robins Kamera aus dem Kühlhaus ab und ließen uns anschließend zum Bahnhof fahren.

Am frühen Nachmittag stieß auch Hannes zur Gruppe dazu. Um 17 Uhr ging es dann mit dem Bus weiter nach Kaliningrad. Die dreieinhalbstündige Fahrt durch Pommern verlief ruhig und die polnisch-russische Grenze war verhältnismäßig schnell passiert.