Vom 27.-30. Oktober 2016 trafen sich rund 300 Medieninteressierte in den Messehallen Dresden, um gemeinsam die Medienlandschaft zu entdecken und auch gleich vor Ort praktisch aktiv zu werden.

Die Jugendmedientage sind sehr vielfältig, man kann hier seine individuellen Schwerpunkte setzen.

Marina, Besucherin aus München 

Unter dem großen Rahmenthema „Medien-oder Märchenland“ wurde den zukünftigen Medienmachern eine große Auswahl an Aktivitäten angeboten. Medientouren und Workshops, Erzählcafés und Podiumsdiskussionen, aber auch Live-Redaktionen und Informationsstände. Die durchschnittlich 16 bis 27-jährigen Teilnehmer konnten sich an den vier Veranstaltungstagen auf ein vielfältiges Programm freuen. Einige davon befassten sich mit den allseits bekannten Schlagwörtern „PEGIDA“, „Lügenpresse“ und „Flüchtlingspolitik“. Andere konzentrierten sich auf die Basics der journalistischen Arbeit.

Eine Veranstaltung dieser Größe verlangt ein gutes Organisationsteam. Zu dem gehört auch Franziska Görner, Projekt-und Pressekoordinatorin bei der Jugendpresse Deutschland e.V. und eine der vielen Organisationstalente, die die Jugendmedientage auf die Beine stellen. Sie erzählte mir, was hinter den Kulissen passiert:

Wir haben ein Projektteam, das aus drei Kernleuten besteht und dann eben noch aus dem hauptamtlichen Team der Jugendpresse Deutschland. An den Jugendmedientagen arbeiten wir ein ganzes Jahr. Wir haben jetzt auch schon wieder angefangen, Gespräche mit Städten für das nächstes Jahr zu führen. Die neue Projektleitung soll dann auch mit der Planung im November anfangen und so geht es dann wieder los.

Franziska Görner, Projekt-und Pressekoordinatorin der Jugendmedientage 

Die Podiumsdiskussionen mit ausgewählten Gästen aus der Medienbranche waren sehr tiefgreifend. Sie beschäftigten sich mit der Verantwortung und Freiheit der Medien und eröffneten eine Debatte darüber, ob Objektivität und Vielfalt vereinbare Merkmale der Medien sind.  Im Gespräch darüber, ob Deutschland ein Medien- oder Märchenland sei, waren sich Rayk Anders (Autor und YouTuber), Cornelius Pollmer (Süddeutsche Zeitung), Philip Oltmann (The Guardian) und Boris Reitschuster (Journalist und Russland Experte) in der Podiumsdiskussion am Freitag einig: Sowohl als auch. Mhm, schon eine ziemlich schwammige Antwort. Rayk Anders fügte aber noch ein treffendes Zitat hinzu:

Medien- oder Märchenland: das hängt immer von demjenigen ab, der diese Medien konsumiert und sich daraus eventuell sein eigenes Märchen spinnt oder vielleicht versucht, auch ein bisschen durch dieses Dickicht zu schauen.

Rayk Anders, YouTuber und Teilnehmer der Podiumsdiskussion  

Am Abend verwandelte sich der Veranstaltungsort in eine Freizeitoase. Jetzt startete das Kulturprogramm, bei dem für jeden etwas dabei war. Zum Auftakt der Veranstaltung am Donnerstag heizte die Breakdance Crew „THE SAXONZ“ die Zuschauer ein, den Abend danach wurde der von Hubertus Koch mit dem deutschen Fernsehpreis prämierte Dokumentationsfilm „Süchtig nach Jihad“ präsentiert. Wer sich über den Tag noch nicht genug ausgetobt hatte, konnte sich auch leuchtende Kopfhörer schnappen, die Silent Disco besuchen und durch die Flure tanzen. Samstagabend durften sich die Teilnehmer dann ein wenig aufbrezeln, denn als gelungenes Ende wurde auf der Abschlussparty  gefeiert.

Wir dürfen gespannt sein, in welche Stadt es die Jugendmedientage nächstes Jahr verschlägt. Aber eins konnte mir Franziska Görner verraten: Es geht entweder ganz in den Süden oder ganz in den Norden!