Im ersten Teil ihrer Reportage hat sich Anne halb sechs aus dem Bett gequält. In der Küche der Alten Mensa selbst hätte sie sich fast verlaufen. Anne hat zugesehen, wie die frische Pasta zubereitet wird und dabei entdeckt, dass kleine Töpfe bei den Mengen, die die Studierenden verputzen, nicht ausreichen. Jetzt packt sie selbst mit an!


Gefrühstückt wird gemeinsam mit den Kollegen eine Etage höher. Für jeden ist etwas dabei. Wurst, Käse, Obst, Gemüse und sogar Joghurt mit Müsli gibt es frei Haus. Frau Wolff erklärt mir dabei, wo die Unterschiede zwischen Restaurant und Großküche liegen.

Also Unterschiede liegen schon in der Technik, in der Größe und Menge. Auch gibt es unterschiedlichste Gerichte, jeden Tag ein anderes Gericht auf der Speisekarte. Die Gastronomie hat beispielsweise eine Speisekarte für mindestens 14 Tage. Wir haben eine gesunde Mischung und das ist auch nochmal eine Herausforderung.

Jacqueline Wolff, Küchenleiterin

Danach packe ich selbst mit an. Es geht ans Pilze schnippeln! Natürlich erst nachdem ich meine Hände gründlich gewaschen, desinfiziert und behandschuht habe. Später holt mich Frau Wolff wieder ins Büro, denn die Planung steht noch aus. Bei 6,5 Tausend Essen muss halt gut im Voraus geplant werden. Die Bestellungen werden in das bereits bekannte Warenwirtschaftssystem eingetragen. Fast ein bisschen wie Online-Shopping lacht Frau Wolff. Die Gerichte denkt sich Frau Wolff beinahe alle selbst aus. Trotzdem fehlt ihr manchmal die Küche:

Also manchmal fehlt’s mir schon, […] denn es ist ja sonst immer das gleiche: Anlegen, Planen, Anlegen, Bestellen,.… .

Jacqueline Wolff, Küchenleiterin

Schließlich geht es, kurz bevor die Mensa öffnet, zur Verkosterunde. Normalerweise ist Fachbereichsleiter Michael Kittner dabei, heute darf ich mit. Verkostet wird oben im „Free-Flow-Bereich“. Von jedem Gericht gibt mir Frau Wolff eine kleine Kostprobe auf den Teller. Wir begutachten nicht nur den Geschmack, sondern auch die Konsistenz, die Optik und die Menge. Alles wird genau protokolliert, Verbesserungsvorschläge vermerkt und im Idealfall direkt umgesetzt, beispielsweise, wenn das Essen nicht heiß genug ist. Im Anschluss gehen wir noch einmal außen lang, doch auch hier sieht alles gut aus.

Ich stelle am Ende fest, wieviel Arbeit und Vorbereitung es tatsächlich bedarf, bevor das Essen in der Mensa auf unseren Tellern und schließlich in unserem Magen landet. Es gibt unendlich viel Kleinigkeiten, seien es die detaillierten Kennzeichnungen oder aber das vielfältige Angebot, worauf man täglich achten muss.

Ja, es ist schon nicht mehr nur noch bloß Mittag kochen, wir müssen ringsherum auch auf viele Dinge aufpassen.

Jacqueline Wolff, Küchenleiterin

Übrigens gibt es immer mal wieder auch für Außenstehende die Möglichkeit, sich die Küche der Alten Mensa aus der Nähe anzusehen. Es lohnt sich! In diesem Sinne: Guten Appetit!


Noch mehr? 

Im ersten Teil unserer Reihe Wie geht Mensa? erfahrt ihr, wie viele Mengen die Studierenden im Jahr eigentlich verputzen und wie es Frau Herold (Leiterin für Beschaffung) schafft, alle Waren im Überblick zu behalten. Im letzten Teil bekommt ihr nochmal einen Einblick in den Ausgabe- und Verkaufsbereich. Es bleibt spannend.