2016 war zweifelsohne das Jahr des 23-jährigen Pfälzers Drangsal aka. Max Gruber. Kaum ein Festival-Line-Up kam dieses Jahr ohne ihn aus, schließlich wurde er mehr als in den Himmel gelobt indem man ihn als den neuen heißen Scheiß, The Next Big Thing oder sogar den Heilsbringer der deutschen Indielandschaft bezeichnete. Grund dafür ist die Veröffentlichung seines Debütalbums Harieschaim im April.

Gruber, der mit 14 seine musikalische Erleuchtung in The Smiths’ Stop Me If You Think That You’ve Heard This One Before fand, lässt den düsteren und durchaus tanzbaren New Wave-Pop-Sound der 80er wieder aufleben. Vergleiche mit den Genregrößen The Cure und Joy Division hört er nicht gerne, den Ritterschlag, dass ihn der Frontmann der 80er-Kombo Ultravox, Midge Ure, jüngst als seinen musikalischen Enkel bezeichnete, nimmt er jedoch gerne an.

Drangsal steht neben unverkennbaren, aufpolierten 80er Klängen und einer beeindruckenden Livepräsenz auch für einen Hang zum Morbiden. Seinen Künstlernamen etwa hat er von einem Bestattungsinstitut seiner Heimatstadt Herxheim übernommen und ebendiese Stadt ist wegen Kannibalismus in die Geschichtsbücher eingegangen. Es liegt nun also nicht mehr fern, dass der Albumtitel die historische Bezeichnung von Herxheim meint. Kaum einer seiner Songs kommt ohne Gewaltverherrlichung aus – und warum? Weil Musik für Gruber eine Flucht aus dem Kleinstadtidyll bedeutet. Sich endlich über alles auslassen, was man sonst lieber nicht sagt und endlich mal das das verstörende Marylin Manson T-Shirt ohne schlechtes Gewissen tragen.

Auch Drangsal folgt dem Weg vieler junger, aufstrebender Künstler nach Berlin. Dort angekommen begibt er sich schnell in den Kreis um den Musikproduzenten Markus Ganter (Casper, Get Well Soon, Sizarr, Tocotronic). Zusammen erschaffen sie auf Harieschaim das, was Gruber selbst „Brachialpop“ nennt. Generell ist Drangsal die deutsche Indiemusik zu glatt, was ihm fehlt ist Krawall. In dem Die Nerven–Frontmann Max Rieger hat er jemanden gefunden, der diese Ansicht teilt. Zusammen mit ihm arbeitet er nun an seinem zweiten Studioalbum, auf dem er auch mehr deutsche Songs verspricht.

Wenn ihr den Drang verspürt, euch dem alten und doch ganz neuen Sound der 80er hinzugeben, dann ist am 18. November die Groovestation in Dresden genau der richtige Ort für euch! Wir verlosen 2×2 Freikarten für das Konzert von Drangsal. Sendet einfach eine Mail mit dem Kennwort “Brachialpop” an gluecksfee@campusradiodresden.de. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Viel Erfolg!