Greenwich Mean Time heißt die erste 2016 erschiene LP der Blackberries. Gleich der erste Track „Things Change“ der LP glänzt mit großartigen Gitarrenklängen, einem starkem Schlagzeug und vor allem der tiefen Stimme von Sänger Julian Müller. Richtig gelesen: Man könnte zwar denken, dass die Band aus dem mittleren Westen der USA auf die andere Seite des Atlantiks geschwappt ist, um uns mit ihrer Musik zurück in die 60er zu bringen. Doch tatsächlich stammen Blackberries aus Solingen in Bayern. Und die Band kann schon zu Beginn des Albums ihre Einflüsse nicht verstecken: Bob Dylan, Jimi Hendrix und die Anfänge von The Who und Pink Floyd schwingen klar in der Kraut-Rock-Note mit, die Blackberries zum besten geben.

Wir sind zum einen sehr beeinflusst von den Bands der mittleren und späten 60er – diese unbedarfte Herangehensweise an Songs und Sounds, an Aufnahmen und generell ans Musikmachen ist für uns sehr wichtig. Es geht uns nicht um technischen Perfektionismus, sondern viel mehr um einen energiegeladenen und frischen Umgang mit Musik, der auch Platz für Spontaneität und Fehler hat. Der Kraut Aspekt kommt eher über einen rhythmischen Ansatz – wir mögen motorische Beats, aber das ist lediglich ein Aspekt unsere Musik. Für uns steht melodische Eingängigkeit in der Regel an oberster Stelle. Fast alle Songs unserer aktuellen Platte sind von einer Songwriter Perspektive aus gestartet und dann im Zusammenspiel zu dem geworden, was sie nun sind: Psychedelisch, krautig und poppig.

The Blackberries

Anders als die vielen Bands, die sich in den letzten Jahren am Retro-Revival versuchten, darunter Größen wie Tame Impala oder War On Drugs, legen Blackberries keinen experimentellen Filter über ihre Rock-Klänge. Die modernen Einflüsse findet man allenfalls im Hintergrund, mal weniger wie in „Sad Days“, mal mehr wie in „Mrs. Lavande“. 

Doch Greenwich Mean Time war nicht der einzige Longplayer, den die Band 2016 auf den Markt gebracht hat. Sein Nachfolger Greenwich Mean Time +1 , wurde in einem Zug mit dem ersten Album aufgenommen. Die beiden Alben weisen dabei viele Gemeinsamkeiten, wie den Psy-Einfluss und ein gekonntes Gitarrrenspiel auf. Jedoch werden sie auch durch ebenso viele Unterschiede gekennzeichnet. Gleich im Opener „Tears“ zeigen sich Blackberries von ihrer besten Seite: Dieser eröffnet mit einem starken Choral, großartigen Gitarrenklängen und einem beeindruckenden Instrumentalteil. Auch die zweite LP 2016 lässt einen nicht daran zweifeln, dass Blackberries als deutsche Hoffnung des Psycedelic-Rock durchaus keine schlechten Karten haben. Insgesamt bleibt Greenwich Mean Time +1 ein klein wenig verträumter als sein Vorgänger, weniger schrammelig und deutlich melodischer, was auch durch den vereinzelten Einsatz von Orgeln gelingt.

Genug geschwärmt- Wenn ihr Blackberries live erleben wollt, bieten wir euch die Möglichkeit. Wir verlosen 3×1 Freikarte für das Konzert am 30. November im Ostpol. Schickt uns einfach eine Mail mit der Betreff „Made In Germany“ und eurem Namen an gluecksfee@campusradiodresden.de.

Die GewinnerInnen werden per Mail benachrichtigt.