In der Regel unterscheidet sich der Musikgeschmack meines Bruder durchaus erheblich von meinem eigenen. Trotz steten und regen Austausches über bevorzugte Künstler sind wir beide bisher noch nicht auf einen Nenner gekommen und mit zahlreichen Hip Hop Empfehlungen konnte ich mich bisher nur in Einzelfällen anfreunden. Dementsprechend kompliziert gestaltete sich die Suche nach einem gemeinsam zu besuchendem Konzert. Quality Time unter Geschwistern sollte dennoch her. Der Vorschlag des Brüderchens lautete dann Waka Flocka Flame. Auf meine Frage, warum dieses Konzert antwortete er nur „Weil ich seine Musik halt feiere. Und der einfach fire ist.“ Ach, tatsächlich. Bei der Forderung nach etwas mehr Präzision, lautete die Aussage: „Weil er sehr variabel ist. Da sind Klassiker dabei zu denen man seit Tag Eins abgehen kann, aber seine neuen Tracks unterscheiden sich davon und kein Song ist krass der gleiche.“

In Ordnung. Und was genau kommt auf mich zu? „Old School Hood bis Trap Turn Up.“

Gut, damit hatte sich meine Vermutung bestätigt, das mich keine locker flockige Indie Rock-Band erwarten würde, auch wenn das eine erste Assoziation zum Namen hätte sein können, sondern ein US Amerikanischer Rapper aus New York. Tatsächlich ist Waka Flocka, oder Juaquin James Malphurs, auch gar kein so unbekannter Name. Wenn man nicht gerade ich ist, dürfte man ihn aus seinen musikalischen Beginnen in Gucci Manes Label 1017 Brick Squad und seinen zahlreichen Zusammenarbeiten mit namhaften Künstlern, von Drake über Nicki Minaj bis hin zu Wiz Khalifa und Tyga, kennen. Nicht nur seine intensive Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist dabei bezeichnend für Malphurs sondern auch seine seine Offenheit anderen Genres und Musikstilen gegenüber.

Insbesondere elektronische Elemente fanden in den letzten Jahren mehr und mehr Verwendung in Waka Flockas Veröffentlichungen. Nach eigener Aussage ist das Ziel eines jeden Konzertes eine Houseparty mit allen Anwesenden und er bringt auch nach Dresden DJ Whoo Kid mit, der ihn auf vielen seiner neueren Tracks unterstützte.

Man darf also auf die Stimmung des Auftrittes gespannt sein, unter anderem auch da der Rapper, anders als in seinen Texten, nicht durch Drogen- oder Frauenskandale von sich reden macht, sondern durch politische Statements. Er verkündete 2012, sich 2016 zur Wahl stellen zu wollen. Dem folgte zwar keine Wahlkampagne aber immerhin bringt Waka Flocka deutlich seine Abneigung gegen den leider aktuellen Präsidenten zum Ausdruck. Erst vor wenigen Wochen wischte er sich on stage den nackten Hintern mit einem Trump-Jersey ab, welches ein Konzertbesucher in die Höhe gehalten hatte.

Es bleibt hier in Dresden sehr auf ähnliche Events zu hoffen. Wenn ihr die Chance nicht verpassen wollt, derartiges live zu sehen, seid ihr hier an der richtigen Stelle. Auch der Support in Form von Frucht Max, Hugo Nameless und Kulturerbe Achim dürfte dem ein oder anderen das Konzert noch zusätzlich versüßen. Freikarten zu dieser Star besetzten Veranstaltung, am 04.02. in der Reithalle Dresden gibt es hier und wir fordern auch nicht mehr als eine Mail mit eurem vollen Namen und dem Betreff „Fire“ an gluecksfee@campusradiodresden.de von euch. Viel Glück!