Der Sommer hat seine Fänge nach Deutschland ausgestreckt und bringt in seinem Gefolge diverse musikalische Schrecklichkeiten mit sich: Reggae-Artists erwachen urplötzlich aus ihrem Winterschlaf und Deutschrapper stürzen sich auf Afro Trap wie ein Schwarm hungriger Heuschrecken und scheinen einen Wettkampf um die unoriginellste Interpretation des Genres zu führen. Zu allem Überfluss hat auch DJ Khaled sein neustes Machwerk vorzuzeigen, dessen einzigen Hit das Radio (wir natürlich ausgenommen) pflichtbewusst totgespielt hat.
Doch es gibt Hoffnung für den Hip-Hop-affinen Musikschnösel: Hoffnung in Form von Wandl. Denn dieser veröffentlichte unlängst sein Solo-Debütalbum It’s All Good ThoUnd obwohl Wandl bis jetzt wohl eher als Produzent eines Rapalbums (namentlich „Geld Leben“) bekannt war, als für seine drei bereits veröffentlichten und hörenswerten EPs, ist It’s All Good Tho kein straighter Hiphop, sondern überwindet (Achtung: Floskelalarm!) Genregrenzen. So gesellen sich auf den Beats zu den, oft selbst eingespielten, Klavier- und Gitarrensamples elektronische Klänge und manchmal auch Wandls Stimme selbst, welche sich nahtlos in die Soundkoulisse einfügt, dabei aber keinesfalls sommerlich-fröhlichen Themen behandelt. Denn der Österreicher mit der feschen Frisur berichtet auf dem knisternden Soundteppich von den größeren („I want you to need me, I need you to speak“) und kleineren („ich glaub ich habe keinen Käse“) Problemen die ihn plagen. Beschlossen wird das Album dann aber doch mit recht versöhnlichen Klängen.
Es ist eben trotzdem alles gut.
Was die Qualität des Albums anbelangt sowieso.