
Garage Rock ist tot! Es lebe der Garage Rock! Die Black Lips orientieren sich auf ihrer diesjährigen Platte stärker an der Surf- und Beatmusik der frühen bzw. mittleren 60'er Jahre des 20. Jahrhunderts. Große Experimente sind es nicht, die die Schwarzen Lippen gemacht haben. Einfache Melodien, simple Texte, kurze Songs. Hier und da mal eine Trompete oder ein dezent eingesetztes Piano. Man könnte der Band vorwerfen, weniger schrammelig und rotzig zu sein und stattdessen poppigere Songs zu machen, die sich mit Widerhaken im Gehörgang festsetzen und nicht mehr raus wollen. Aber wie gesagt, man könnte.

BÄM! Und plötzlich war es da! Hip Hop, Dub Steb, Indie, Style, Hipster. Ach du scheiße. Über dieses Album ist eigentlich schon genug geschrieben worden. Keine Top-Ten, Top-Twenty oder Top- one hundred-Liste der Platten des Jahres, auf denen dieses Album nicht auftaucht. Zurecht. Verträumt, verkaterter Säuselgesang, Elektro Beats, Schlagzeug. Live wird wenig mit Effekten gespielt, dafür wird großer Wert auf Schlagwerk, Gitarre und Gesang gelegt. Konzert des Jahres. BÄM! Vielschichtiges Album und ein Konzert, das ganz anders aber mindestens genauso gut klingt.

Joash als „DJ“ zu beschreiben, wäre zu profan. Joash als „Arrangeur“ orchestraler Musik mit Jazz-Affinitäten zu charakterisieren trifft es da schon eher. Der Londoner bedient sich auf seinem Debütalbum der instrumentalen Varianz eines Symphonieorchesters. Besonders herausgestellt werden dabei zwei Instrumente: Violinen, die in der Regel als Sample-Cuts eingesetzt werden und das Schlagzeug. Kein Wunder, ist Joash doch ehemaliger Drummer.