Pure Comedy

BY

Father John Misty

Release

07.04.2017

Label

Sub Pop

In dem Song, dessen Name an den Klassiker “Born in the USA“ von Bruce Springsteen angelehnt wurde, prangert er unter anderem die Mittelschicht in den Staaten an. Genau da macht er in seinem Album Pure Comedy weiter. Am 7. April wird die Platte erscheinen und übt, unterlegt von leichter, ruhiger Musik, sowohl an der elektronischen Unterhaltungsindustrie als auch an der Kirche Kritik. 
Zu ebendieser hatte Father John Misty von klein auf ein starkes Verhältnis, da er in einer sehr christlichen Familie aufwuchs. Als Kind wurden ihm fast jeglicher kultureller Kontakt untersagt, bis er als er 17 war seine Eltern davon überzeugen konnte, dass es sich bei Bob Dylan um einen christlichen Künstler handelt.
 Mit 21, nachdem er 3 Jahre auf einem College in New York verbracht hatte, zog es ihn nach Seattle, wo er seine ersten Demos aufnahm und später, unter seinem bürgerlichen Namen, als Opener für Damien Jurado auftrat. Ingsgesamt veröffentlichte er als Josh Tillmann sieben Soloalben und eines mit seiner späteren Band – den Fleet Foxes.

Die Figur des Father John Misty endeckte Tillman als er im Laurel Canyon, der als Geburtsstätte der Hippiebewegung gilt, Psychodelica konsumierte.
 Er hat das Gefühl, sich erst durch dieses einschneidene Erlebnis selbst gefunden zu haben und seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können.

Sein neuestes Album Pure Comedy hat er durch einen 1800-Wort-Essay eingeleitet, indem er vorallem die Menschheit dafür kritisiert, dass sie anstatt in einer Utopie zu leben Kriege führt und Hierachien schafft, nur um einem eventuell bestehendem Gott zu gefallen.

Seinen ersten Song des Albums, der ebenfalls “Pure Comedy” heißt, eröffnet er mit den folgenden Zeilen:

“The comedy of man starts like this/ Our brains are way too big for our mothers’ hips/ And so Nature, she divines this alternative/ We emerged half-formed and hope whoever greets us on the other end/ Is kind enough to fill us in/ And, babies, that’s pretty much how it’s been ever since.”

Schon die ersten Zeilen lassen erahnen, dass mit der Comedy des Albumtitels keine klassische Komödie gemeint ist sondern eher etwas so tragisches, dass einem nichts besseres einfällt als zu lachen. Genau diese Stimmung zieht sich durch das gesamte Album – so erzählt er von fiktiven Szenarien, in denen jemand jede Nacht in seiner Virtual Reality-Brille Geschlechtsverkehr mit Taylor Swift hat oder oder an anderer Stelle von einem sterbenden Mann, der zum Abgang noch einmal seinen Newsfeed anguckt, um zu wissen was er verpasst. 
Auf dem Song “When the God of Love Returns There ́ll Be Hell to Pay“ findet sich eine der stärksten Textpassagen des gesamten Albums, die sich direkt an den Schöpfer richtet und ihn stark kritisiert:

“This place is savage and unjust/ We crawled out of the darkness/ And endured your impatience/ We’re more than willing to adjust/ And now you’ve got the gall to judge us.”

Wie in der Einleitung schon erwähnt, ist die Musik ruhig gehalten und schafft somit Platz für Tillmans markante Stimme und die sozialkritischen Texte. Insgesamt ist dabei ein in sich schlüssiges Gesamtwerk entstanden, dass sich sowohl zum Wachwerden an einem Sonntag Morgen als auch zur kritischen Reflexion des aktuellen Zeitgeists eignet.