Diesen Monat war es wirklich nicht leicht ein gutes Album zu finden, welches sich lohnte vorzustellen. Doch mit diesem Glückstreffer in meinem Release Radar hat es die Band Soft Blue Shimmer doch noch geschafft, den November musikalisch deutlich aufzuwerten. Das Album „Love Lives in the Body“ ist mit seiner einnehmend tröstlich und beruhigende Art genau richtig für die kommenden kalten Wintertage. Euch erwartet der wahr gewordene Shoegaze-Dream-Pop-Traum in klanglich glasklarer Verkleidung, produziert vom Profi Corey Coffman. Die Engelsgleiche Stimme der Sängerin Meredith fliegt dabei förmlich über dem stark verzerrten Gitarrensound und die wenigen aber gut platzierten Textfetzen vervollständigen das atmosphärisch und klanglich homogene Album zu einem Gesamtkonzept, welches sich hören lassen kann. Klare Empfehlung, um sich einzukuscheln, die Kopfhörer einzuschalten und dem Schneeregen-Treiben draußen vor dem Fenster etwas entfliehen zu können.

Ja, das Dalì’sche Cover lässts schon erahnen: Es wird mit den Nerven gespielt. Seiner Ursprungsidee für The Cool Greenhouse und als Epigonen von Bands wie The Fall oder Wire folgend, spielen die Songs im zweiten Album gerne über sechs Minuten ein Thema ab, was zwar arg repetitiv ist und unüberraschenderweise so manchen die Geduld abringt, aber auch ungemein ansteckend ist. Im Vergleich zum Debüt kriegen wir hier aber auch die ein oder anderen Bläser, Bongos und spaced out Synths um die Ohren gehauen, was man dann fast schon Abwechslung nennen könnte.

Doch gerade Tom Greenhouse’ nachhallende Vokalisierung seiner zumeist absurd-komischen, selbstironischen, nicht selten grotesken aber auch gegenwartskritischen Texte, getränkt in bestem britischem Humor à la Monty Python oder so (der vermutlich die beste britische Erfindung neben Baked Beans ist), sind noch elaborierter und offenbaren bei näherer Betrachtung (und allzu oft notwendiger Googlei) sehr feingeistige moderne Poesie. Vielleicht ist er nicht der neue Arthur Rimbaud wie einstmals angestrebt, aber er besingt ne flotte junge britische Rocktruppe und was anderes hätte Rimbaud heute vermutlich auch nicht gemacht. Bis im Februar in Leipzig!

Stormzy veröffentlicht sein drittes Album und es ist persönlicher denn je. Dabei hebt es sich ab von dem, was er vorher veröffentlicht hat. Zwischen Gospel-Akkorden und Afro-Beats rappt er über Herzschmerz, Spiritualität und Mental Health.
Auf „This is what I mean“ entfernt sich Stormzy von dem Hiphop-Grime mit dem er sich vor einigen Jahrenetabliert hat.
Viele Songs sind ruhiger – für bloße Backgroundmusik sind sie allerdings zu schade. Wie ausgeklügelt seine Songs aufgebaut sind, hört man vor allem auf dem Title-Track „This is what I mean“, in dem klassische Klaviermusik, synthetische Sounds und Hip-Hop Beats ineinander fließen.
Für das Album hat er sich die unterschiedlichsten Künstler*innen mit ins Boot geholt, darunter Jacob Collier und Amaree, die nicht nur ihre musikalische Expertise eingebracht haben, sondern auch stimmlich auf seinen Tracks präsent sind

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