„Der Tag der Revolution ist gekommen. Wir haben den Frieden erzwungen. Der Friede ist in diesem Augenblick geschlossen. Das Alte ist nicht mehr. Die Herrschaft der Hohenzollern, die in diesem Schloß jahrhundertelang gewohnt haben, ist vorüber. In dieser Stunde proklamieren wir die freie sozialistische Republik Deutschland. Wir grüßen unsere russischen Brüder, die vor vier Tagen schmählich davongejagt worden sind.“

Karl Liebknecht

So wie Karl Liebknecht vom Spartakusbund, rief auch der SPD-Abgeordnete Philip Scheidemann eine Republik aus. Der Eine vom Berliner Schloss aus, der Andere vom Reichstag. In diesem Teil unserer Novemberserie beleuchten wir die Hintergründe dieser doppelten Ausrufung einer Republik in Deutschland genauer:

Der 9. November 1918 führte zu einer dreifachen Spaltung innerhalb Deutschlands. Die gemäßigten Kräfte der SPD, des Zentrums und der Linksliberalen gegen Teile der USPD und den Spartakusbund, der später zur Kommunistischen Partei Deutschlands werden sollten, gegen immer noch Kaisertreue Gruppierungen. Die Folge waren bürgerkriegsähnliche Zustände bis ins Jahr 1919 hinein. Am Ende konnte sich die SPD unter militärischer Hilfe durchsetzen und die Weimarer Republik wurde gegründet. Als Ursprung dieser ersten parlamentarischen Republik auf deutschem Boden gilt bis heute Scheidemanns Ausrufung der Republik.