Am 25. Juni ist es so weit: Wieder einmal werden Studentinnen und Studenten aus ganz Sachsen auf die Straße gehen, um gegen die letzten Kürzungsmaßnahmen an sächsischen Hochschulen zu demonstrieren. Bis 2020 müssen diese nach Plänen des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) insgesamt 1.042 Stellen einsparen. Die Folgen sind nicht nur Schließungen von einzelnen Instituten wie zuletzt in Leipzig. Die ganze akademische Struktur wird immer mehr belastet, gerade der akademische Mittelbau muss immer mehr – unbezahlte – Arbeit leisten.

Dabei wurden die sächsischen Finanzen gerade erst entlastet. Nach der Entscheidung der Bundesregierung, die Kosten des BAföG vollständig zu übernehmen, stehen dem Freistaat künftig 80 Mio. Euro mehr zur Verfügung. Ein Drittel davon entfällt auf das Schüler-BAföG, so dass man ab 2015 ganze 57 Mio. Euro mehr für einen „Zusatzfonds“ der sächsischen Hochschulen verwenden könne, wie die Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer angekündigt hatte.

Nach Informationen des Campusradio Dresden sollen davon 14 Mio. Euro für Baumaßnahmen sowie 14 Mio. Euro für Großgeräte verwendet werden. Das restliche Geld stünde dann für die Förderung des akademischen Nachwuchses und Innovationen an den Hochschulen, etwa neue Masterprogramme oder Professuren, zur Verfügung. Beim StuRa der TU Dresden ist man aber skeptisch. Zum einen könnten die Sachmittel nur den Finanzierungsrückstau der letzten Jahre beseitigen und zukünftig an anderer Stelle wieder gekürzt werden. Zum anderen könne die Verwendung des Geldes für befristete Verträge und Projekte kaum das eigentliche Problem des Stellenabbaus lösen, so Andreas Spranger, der Geschäftsführer für Hochschulpolitik des StuRa Dresden.

Wir hoffen, dass sich da noch etwas bewegen lässt.

Beate Schücking, Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz

Ganz ähnlich sieht die Sache die sächsische Rektorenkonferenz in einer Stellungnahme zu den Plänen des SMWK. „Eigentlich ist das an Sachsens Hochschulen dringend benötigte Geld nun da, um den Stellenabbau und seine verheerenden Folgen zu verhindern, aber es wird nicht wie gewünscht davon Gebrauch gemacht. Wir hoffen aber, dass sich da noch etwas bewegen lässt“, so Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig und Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz.

Druck von allen Seiten also lastet auf den Kürzungsplänen des Wissenschaftsministeriums. Ein Druck, der vielleicht doch noch zur Aussetzung des Personalabbaus führt, denn – so das Motto der Bildungsdemo nächste Woche – kürzer geht’s nicht.

Zum Thema könnt ihr hier außerdem ein Interview mit Adelheid Noack, Referentin für Hochschulpolitik im StuRa Leipzig, hören: