Die biblische Geschichte der „Susanna im Bade“ ist spannender als so mancher Thriller der heutigen Zeit. Die junge und schöne Susanna möchte in Ruhe ein Bad nehmen. Zwei angesehene, alte Richter, die währenddessen zu Besuch sind, lauern ihr begierig auf und bedrängen sie sexuell. Sollte sie sich wehren, würden sie Susanna des Ehebruchs beschuldigen. Sie wehrt sich und so kommt es tatsächlich zur Verurteilung. Erst kurz vor der Urteilsvollstreckung wird durch einen glücklichen Zufall die Wahrheit aufgedeckt und die waren Täter verurteilt. Bereits Rembrandt und Rubens widmeten sich dieser biblischen Vorlage.

Ich sag’ immer, das ist angeboren und es ist liegt im Blut. […] Seitdem ich 15 Jahre alt war, wollte ich das unbedingt machen und ich habe mich erst nicht getraut. Und irgendwann habe ich gesagt: „So jetzt reichts!“.

Nun ging es am vergangenen Samstag um die eigene Inszenierung und Interpretation dieses Stoffs zum Palais Sommer 2015. Dabei waren nicht nur studierte Künstler, sondern auch Kunststudenten und Autodidakten. Zwischen den wenigen freien Plätzen mit Blickfeld auf das Motiv positionierten sich auch Hobbykünstler. Das Pleinair ist dabei keine regionale Veranstaltung. Die Künstler kamen aus Ländern wie Israel, Finnland oder Russland. Auch die Art und Weise der Verarbeitung des Motivs war so unterschiedlich, wie die Länder. Das begann bereits bei der Größe der Leinwand und setzte sich fort in der Nutzung von Öl- und Acrylfarben oder gar Kohle und Graffiti-Spraydosen.

[…] die schwarz-weißen Zeichnungen haben auch immer eine gewisse Farbigkeit, obwohl sie ja eigentlich nur diese Grauwerte haben. Es ist trotzdem für mich unheimlich farbig.

Bereits seit 2005 betätigen sich Künstler und künstlerische Autodidakten beim Pleinair an der Elbe. Dabei kommt es zum anregenden Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern, ganz egal ob man Profi ist oder der Kunst als einem Hobby nachgeht. Auch für die Zuschauer ist Platz für eine lockere Kommunikation mit Künstlern. Diese standen vergangenen Samstag gerne Rede und Antwort zu ihren Werken.

Falls ihr selber dabei sein wollt und euch auch in der vorlesungsfreien Zeit kreativ austoben möchtet, dann habt ihr am 15. August die nächste Möglichkeit bei der Aktmalerei dabei zu sein. Am letzten Wochenende des Palais Sommer (22. bis 23. August) wird es auch eine Abschlussausstellung geben. Zusätzlich wird am 23. August der mit 5.000 € dotierte Canalettopreis verliehen. Für diesen sind die Organisatoren des Palais Sommer noch auf der Suche nach einem Stifter.