Mode ist schön. Mode begeistert. Mode ist für viele Menschen eine Lebenseinstellung und Ausdruck von Selbstverwirklichung. Doch Mode ist weit entfernt von den Fashionmetropolen wie Paris, London oder New York und alles andere als glanzvoll. Beispielsweise kamen beim Einsturz der Textilindustrie Rana Plaza, am 24. April 2013, 1.127 Menschen um ihr Leben. Angora-Kaninchen wird bei lebendigen Leib die Wolle ausgerissen. Der Tullahan-Fluss auf den Philippinen trägt je nachdem, wie in der nahe gelegenen Textilfabrik gerade gefärbt wird, die Modefarbe der Saison: pink.

Genau diesen Schattenseiten nimmt sich derzeit weltweit erstmals die Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ an und wirft einen kritischen Blick auf das System der Fashionindustrie aus ökologischer, ethischer und ökonomischer Perspektive. Die bereits seit dem 5. Dezember 2015 laufende Ausstellung wurde ursprünglich in Hamburg am Museum für Kunst und Gewerbe konzipiert in Zusammenarbeit mit Partnern wie beispielsweise Greenpeace. „Fast Fashion“ wird oft auch als das Gegenteil von Haute Couture bezeichnet.

Fast Fashion kommt aus der Wirtschaft und bedeutet, wie der Begriff schon sagt, schnelle Mode und Beschleunigung auf zwei Wegen – einmal bei  der Produktionsebene […] und auf der anderen Seite bei den Konsumentinnen und Konsumenten, die immer schneller und immer mehr kaufen.

Christoph Willmitzer (Koordinator der Ausstellung)

Die ursprüngliche Ausstellung wurde nun in Dresden mit einem weiteren Kapitel erweitert, in dem nachhaltige Produktion, alternative Fertigungsprozesse und Kollektionen von Designern aus Sachsen präsentiert werden. Die sogenannte Slow-Fashion Bewegung als neuer Weg für die Zukunft, welcher jedoch erst noch gegangen werden muss.

Slow Fashion, also langsame Mode, als Gegensatz.  Das ist Mode die regional produziert ist und unter guten Bedingungen entstanden ist“ […]. Wie kann ich also Mode kaufen, die sozial verträglich ist und die Umwelt schont?

Christoph Willmitzer (Koordinator der Ausstellung)

Die Ausstellung könnt ihr euch noch bis zum 23. Juli 2016 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden ansehen.

Musik: "EDM Detection Mode" Kevin MacLeod  (incompetech.com)