Auf der Suche nach dem Obskuren widmen wir diese Sendungen den Grenzgebieten elektronischer Musik. Für unsere erste Laufreihe haben wir einen tiefen Blick in unsere Archive geworfen und präsentieren unsere persönliche Meditation über das Feld [Ambient]. Weder vollständig noch definitiv, sollte unsere Auswahl dennoch einen tiefen Einblick in ein Genre bieten, das sonst unter dem Radar fliegt.

Die gesamte Instanz ist in 12 einzelne Sendungen unterteilt, die wir über Stück für Stück, auch hier in diesem Artikel, veröffentlichen werden. Schaut also im Laufe der nächsten Tage immer wieder mal rein.

Für noch mehr Inhalte, weitere Musikempfehlungen und alle Updates, die auch in diesem Artikel zu finden sind, schaut auf unserem Instagram Account vorbei. Hier findet im Zuge dieser Senungsreihe die Week of Ambient statt

Aber ohne weiter um den heißen Brei zu reden! Hier sind die einzelnen Episoden.


𝐊𝐀𝐏𝐈𝐓𝐄𝐋 𝟏 – 𝐁𝐄𝐆𝐈𝐍𝐍

Campusradio Dresden wants to introduce you to: Electronic Fringes. Vor allem der musikalischen Nische zugetan, widmet sich unsere neue Sendereihe in ihrer ersten Instanz den verschiedensten Facetten der Ambient-Musik, welche selbst im Subfeld der elektronischen Musik ein eher peripheres Dasein führt. Die Schönheit und Intensität dieser Musik ist für ihre überschaubare Hörerschaft dennoch so einnehmend, dass es unseren nicht ganz unaffizierten Redakteuren eine Herzensangelegenheit war, das Phänomen Ambient etwas näher zu beleuchten und vorzustellen.

Kapitel 1 versucht sich an einer groben Archäologisierung des Genres und erforscht seine Ursprünge


𝐊𝐀𝐏𝐈𝐓𝐄𝐋 𝟐 – 𝐎𝐑𝐆𝐀𝐍𝐈𝐒𝐂𝐇

Die 2. Folge unserer Sendereihe rund um Ambient-Musik legt ihren Fokus auf Klänge, die die Grenze zwischen der offenkundigen Produziertheit von Studiosounds und ungefilterten Umweltgeräuschen in der eigenen Wahrnehmung verschwimmen lassen. In der Nähe zum Naturalismus der Field Recordings angesiedelt, ohne reale Umwelt klanglich tatsächlich selbst einzufangen, evozieren diese organisch anmutenden Soundscapes eine Ursprünglichkeit und Archaik, die den Eindruck vermitteln, dass die technischen Effekte der Musik im Einklang mit und unter dem Eindruck von der Atmosphäre der natürlichen Welt entstanden sind.


𝐊𝐀𝐏𝐈𝐓𝐄𝐋 𝟑 – 𝐄𝐐𝐔𝐈𝐋𝐈𝐁𝐑𝐈𝐔𝐌

Erneut von einer gewissen Organik getragen, bestimmt Epidode 3 ein Sound, der von einem Gleichgewichtsmotiv angeleitet wird und ein meditatives In-Sich-Ruhen ausstrahlt, so dass die Klänge wie in einem perfekt austarierten Balanceakt ineinanderzufallen scheinen und in ihrer stillen Ausgewogenheit beinahe erlösend wirken.


𝐊𝐀𝐏𝐈𝐓𝐄𝐋 𝟒 – 𝐓𝐑𝐈𝐏𝐄𝐋𝐏𝐔𝐍𝐊𝐓

Auch Folge 4 weist bereits durch die thermodynamische Metaphorik ihrer Namensgebung auf die natürlich anmutenden Qualitäten des ausgestellten Klangbildes hin. Wie Wasser im überkritischen Zustand scheinen die Sounds permanent zu verfließen und zu keiner Zeit von definierbarer Aggregation. Diffus harmonisch und unterschwellig beunruhigend, erzeugen die hyperfluiden Klanglandschaften ihre eigene, von seltsamer Unschärfe und Konturlosigkeit geprägte Stimmungswelt.


𝐊𝐀𝐏𝐈𝐓𝐄𝐋 𝟓 – 𝐀𝐋𝐁/𝐓𝐑𝐀𝐔𝐌

Mit der 5. Episode verlässt unsere Reihe allmählich das Terrain des Natürlichen und gleitet in unrealere Welten: Anfangs noch körperlos durch kristallklare und versöhnliche Klangkulissen schwebend, entrückt die Atmosphäre über die einzelnen Stücke unmerklich aber sicher. Schemenhaft wie eine böse Ahnung beginnt ein leises Unbehagen die Szenerie zu überlagern und entführt mit den letzten Tracks in gespenstisches Grollen und finstere Nachtmusik.


𝐊𝐀𝐏𝐈𝐓𝐄𝐋 𝟔 – 𝐁𝐄𝐊𝐋𝐄𝐌𝐌𝐔𝐍𝐆

In der 6. Episode Electronic Fringes kippt die Stimmung endgültig und wir begeben uns in den Abgrund. Wie urplötzlich in einem dunklen Loch gefangen, übermitteln die Sounds Gefühle von Paranoia, Beengung und Ausgeliefertsein, wirken wie qualvolle Gemütsinvasionen und Heimsuchungen aus den schlimmsten Träumen. Ob brutalistisches, Luft abschnürendes Wuchern oder zermahlendes, pechschwarzes Schaben und Mürben – diese Klangschlund gewordenen Panikattacken filtern die Essenz tief verborgener Ängste und zwingen einen direkt hinein.