Mit ihrem Debütalbum „Projector“ hat sich die Newcomerband Geese geradewegs in unsere Herzen gerockt. Die New Yorker Cameron Winter (Gesang/Keys), Max Bassin (Schlagzeug), Gus Green (Gitarre), Dominic DiGesu (Bass) und Foster Hudson (Gitarre) kennen sich bereits seit der High School und begeisterten sofort mit ihren Indie-, Rock- und Post-Punk Songs. Keiner der fünf ist älter als 20 Jahre und die Aufnahmen für das Album fanden während ihres Schulabschlusses statt – unglaublich, wenn man den erwachsenen, verrauchten Klängen der Band lauscht.

Die Sprache der insgesamt 9 Songs ist etwas ganz besonderes. Die Strukturen der Tracks sind hochkomplex, die Rhythmen und Stimmungen ändern sich mehrmals. Meist fragt man sich, wie viele Songs in diesem einen Song versteckt sind; aber alles ist durchdacht. Es handelt sich um aufregende Klanglandschaften, die spannender nicht sein können. Auch die angesprochenen Themen sind tiefgründig und vielseitig. Die Unsicherheit der Welt, in der wir leben, das „Sich-An-Einen-Besseren-Ort-Wünschen“, und das Vergehen von Leben: Dies sind vor allem Themen, welche in unser aller Gedanken herumschwirren und welche zunehmend auch die jüngere Generation beschäftigen.

Vermutlich weit eher ein Kunstkollektiv als eine Band, das multigenerationale und -nationale Projekt Vanishing Twin geht ihren künstlerisch-ästhetischen Vorstellungen und Eingebungen auch in ihrem Drittling “Ookii Gekkou” nach, diesmal gar konsequenter und weniger poppig, mehr music library, weniger Stereolab und Broadcast, auch wenn Laetitia Sadier, ebenfalls Teil des Londoner Haha Sound Collectives, mit einem Gastauftritt aufwartet. Die wilden Synth-Eskapaden von Phil MFU (Ex-Stereolab), das punktgenaue Perkussionsgerüst der musikalisch auch sonst überaus produktiven Valentina Magaletti, Susumu Mukais 70er-getränktes Bassspiel und Cathy Lucas’ harmonisch-beseelter Gesang schaffen gemeinsam ein mal mystisch, mal chaotisches Corona-beeinflusstes Album, das lieber auf Labels verzichten möchte. Auch wenn einzelne Stücke hie und da drohen auszuufern, sind es Lucas und Magaletti, die Richtung und Orientierung reinbringen. Wenig verwunderlich spielt das Nun-Quartett abseits der reinen Musik mit einer stark Schwitter-Baargeldschen Ästhetik, die Vanishing Twin den Charakter eines Gesamtkunstwerks verleiht.

Von „Swabian Samba” und britischem Indie über kalifornischen Surfrock – die Band Rikas wurde schon in viele musikalische Schubladen gesteckt. In ihrer neuen EP „Short Stories“ liefern uns die vier sympathischen Schwaben-Knaben sommerliche Gute-Laune-Songs mit funkigem Bass, mit denen sich die dunkle Jahreszeit etwas aufheitern lässt. Ob beim Kochen oder beim Duschen, Rikas‘ poppige Retrosounds nehmen uns mit auf eine ihrer Reisen und sorgen für einen spritzigen Start in den Tag.

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