Mit Easy Peeler hat die Hamburger Musikerin Brockhoff ihr Debütalbum veröffentlicht – ein Indie-Rock-Album über Selbstzweifel, Verletzlichkeit und die Suche nach der eigenen Identität. Der Titel spielt auf Clementinen an: Jene, die sich leicht öffnen lassen, werden von der Künstlerin entsprechend als „Easy Peeler“ bezeichnet. Für Brockhoff wird diese Metapher zum Sinnbild ihrer eigenen gefühlsmäßigen Offenheit, die sie ebenso auszeichnet wie angreifbar macht. Zwischen grungigen Gitarren und ruhigeren Singer-Songwriter-Momenten erzählt sie davon, wie sie ihre Sensibilität als Stärke zu begreifen gelernt hat.
Apsilon erschafft Auf Glanz Null eine von persönlichen Erlebnissen gefärbte Geschichte über gesellschaftliche Ungleichheit und den Verlust von Unbeschwertheit. Der „Glanz“ aus dem Albumtitel steht für die Neugier und Offenheit, mit der ein Mensch ins Leben startet – und die durch persönliche Rückschläge ebenso wie durch soziale und politische Missstände nach und nach verblassen kann. Entsprechend verbindet der deutsche Rapper autobiografische Einblicke mit klaren politischen Botschaften und positioniert sich gegen jegliche Vereinnahmungsversuche. Rap ist für Apsilon weit mehr als ein musikalisches Genre. Er versteht ihn als Haltung und Kultur – ein Verständnis, das seine Musik maßgeblich prägt.
Der Engländer Cameron Picton schlägt mit My New Band Believe nach der Pause von Black Midi ein neues Kapitel auf. Das Debüt seines gleichnamigen Projekts rückt akustische Gitarren ins Zentrum und verbindet Folk, Prog und experimentellen Indie-Rock mit Streichern und Holzbläsern. Jenseits von klassischen Songstrukturen entfaltet Picton eine lose Sammlung theatralischer Geschichten. Die Motive kreisen um Verrat, Rache und menschliche Abgründe. Entstanden in enger Zusammenarbeit mit wechselnden Musiker:innen und weitgehend live eingespielt, wirkt das Album intim und ambitioniert. Ein äußerst origineller Neuanfang, der von der Kritik überwiegend gefeiert wurde.
Von Yannic Harsdorf, Jona Sievers und Paul Köcher






