„(…) there’s no fix rules on the way we see life.“ singt Talisco in seinem ersten Hit „Your Wish“ und will sich auch in seiner Musik nicht allzu sehr festlegen. Während der Musiker sich selbst am liebsten keinem konkreten Genre zuordnen möchte, reden Kritiker von einer Mischung aus Pop, Folktronic und Americana. Der eklektische Stil überrascht eigentlich nicht, denn der gebürtige Bordelais ist schon viel rumgekommen. Er wohnte in Montreal und Spanien, der Heimat seiner Großmutter, um sich vor neun Jahren fürs Leben in der multikulturellen Metropole Paris zu entscheiden.

In Paris arbeitete Talisco – damals bekannt unter seinem bürgerlichen Namen Jérôme Amandi – in einer Kommunikationsagentur und sein Alltag hatte wenig mit dem Leben eines Musikers gemeinsam. Der Fleiß und die Belastbarkeit, die Amandi aus der anderen Branche mitbringt, erleichtern aber auch die kreative Arbeit eines Songwriters. So sind die Lieder für Run, das Debütalbum des Franzosen, innerhalb von nur zwei Wochen entstanden.

Was Talisco aber wirklich antreibt, sind Leidenschaft und starker Freiheitsdrang. Diese lassen sich deutlich aus seiner Musik heraushören. Und auch wenn ihm das Musikalische sehr gut gelingt, möchte er sich nicht nur darauf beschränken. Deswegen verleiht er seiner Kunst weitere Dimensionen und gibt seinen Songs gerne auch eine optische Unterstützung. Schon in den Videos zu seinen Singles „Your Wish“ und „Follow Me“ zeigt er interessante Geschichten und platziert sich selbst als einen stillen Beobachter, der selbst keine konkrete Stellung bezieht. Die gelungene Zusammenarbeit mit den bekannten Regisseuren Zack Spiger und Matt Larson kommt aber erst in einem weiteren gemeinsamen Projekt so richtig zur Geltung. Zusammen mit den beiden brachte Talisco einen Kurzfilm heraus. Dabei liefert er nicht nur die Musik, sondern übernimmt auch selbst eine Nebenrolle.

Der Streifen „Run“ trägt den gleichen Namen, wie das Debütalbum von Talisco und fängt dieses thematisch voll und ganz ein. Die titelgebende Flucht präsentiert sich in weitreichenden Wüstenlandschaften, die zwangsweise Assoziationen mit Westernfilmen wecken. Und auch wenn der Musiker versichert, er wolle keine Filmmusik schreiben, gelingt ihm gerade dies außerordentlich gut. In „Run“ erklingen zwar drei Songs von Talisco, der Schwerpunkt verschiebt sich dort jedoch von der Musik deutlich auf das Storytelling. Es ist eben auch eine Kunst, die Musik zu einem gewissen Punkt zurückzunehmen und der Handlung den nötigen Raum zu lassen.

Auch wenn sich Talisco in seinen Video- und Filmprojekten etwas zurücknimmt, gehört bei den Konzerten die Bühne eindeutig ihm. Seine Musik ist live etwas rauer und leidenschaftlicher, als auf der Platte. Außerdem nimmt sich die Gitarre mehr Platz und das Ganze geht energisch nach vorne.

Dieses Live-Erlebnis konnten die deutschen Fans schon im September genießen. Angetrieben von den Erfolgen in den deutschen Städten kommt Talisco für weitere drei Shows vorbei. Am 5. Dezember bespielt er den Dresdner Beatpol und wir haben 2×2 Freikarten für dieses Konzert. Wer gewinnen möchte, schickt uns eine E-Mail mit seinem vollen Namen und dem Betreff „Flucht“ an gluecksfee@campusradiodresden.de. Die Gewinner werden am 27. November in der Funkstube bekannt gegeben.