Dresden war um die Jahreswende der politische Mittelpunkt Deutschlands. Bürger und Journalisten aus aller Welt stellten die Frage: „Warum entstand Pegida gerade in Dresden?“ Dieser Frage gingen natürlich auch WissenschaftlerInnen der TU Dresden nach.

Immer wieder gibt es Situationen, die von der Expertise und der wissenschaftlichen Kompetenz der Geistes- und Sozialwissenschaften direkt profitieren können. Ein ganz naheliegendes Beispiel sind die Fragen, die im Umfeld der Pegida-Bewegung entstanden sind.

Prof. Dr. Matthias Klinghardt

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Philosophische Fakultät Downtown wurde am 15.03.2015 ins Kleine Haus geladen. Als Referenten saßen dabei Professor Donsbach (Kommunikationswissenschaft), Professor Patzelt (Politikwissenschaft) sowie Professor Rehberg (Soziologie) auf dem Podium. Moderiert wurde die Veranstaltung von Professorin Ellerbock vom Institut für Geschichte.

So richtig geglaubt wird insbesondere von denen, die schon zu DDR-Zeiten gelebt haben so furchtbar viel nicht von dem, was in den westdeutschen Diskursen selbstverständlich ist. Deswegen entfaltet sich Pegida in Ostdeutschland anders und zeugt von anders aufgebauter Tektonik der politischen Kultur. Wer das nicht versteht, der versteht auch nicht recht mit Pegida umzugehen.

Prof. Dr. Werner Patzelt

Zwei Stunden lang sollte gemeinsam mit dem Publikum eine Antwort auf die Frage „Warum entstand Pegida gerade in Dresden?“ gegeben werden. Der Dialog sollte dabei auf wissenschaftlicher Ebene stattfinden, gleichzeitig waren persönliche Eindrücke aus dem Publikum erwünscht. So gab es rege Beteiligung aus den Reihen der etwa 400 BesucherInnen der Veranstaltung, wobei durchaus kontrovers, teilweise aber auch mit humoristischen Spitzen diskutiert wurde.

Dresden ist eine passende Bühne. Eine Stadt die sich so selbstverliebt, gewissermaßen, definiert, dass sie kein Außen braucht. Keine Flüchtlinge, aber auch keine moderne Kunst und so weiter. Also überhaupt kein Außen.

Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg

Neben der Frage nach der Entstehung ging es auch um Teile der Forderungen Pegidas. So wurde auf dem Podium die Forderung nach mehr direkter Demokratie diskutiert. Ebenfalls in den Fokus gerückt wurde die Rolle der Medien. Nicht nur im Veständnis der Pegida-AnhängerInnen, sondern auch konkret in der Darstellung der Bewegung.

Der größte Teil des Imageschadens für Dresden ist nicht durch die Pegida-Bewegung gekommen, sondern durch die Art der Berichterstattung am Anfang.

Prof. Dr. Wolfgang Donsbach

Die gesamte Veranstaltung in mp3 – Qualität zum Nachhören:

Pressestimmen aus der Dresdner Medienlandschaft finden sich hier:

Sächsische Zeitung

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