Wie sieht eine Festivalvorbereitung meistens aus? Gummistiefel noch ganz? Check! Regenponcho eingepackt? Check! Lieblingsband im Zeitplan des Festivals markiert? Check! Aller drei Punkte könnt ihr beim SPOT Festival sofort vergessen, aber eine grundlegende Bandrecherche und das Anhören unzähliger Playlisten nimmt trotzdem etwas Zeit in Anspruch. Die Zeit sollte man sich allerdings nehmen, um in Aarhus nicht verloren zwischen den Clubs umherzuirren und die Hälfte der Shows zu verpassen. Der Showcase-Charakter der Konzerte bestimmt auch ihre Länge: zwischen 20 und 30 Minuten dauert das Vergnügen und wer nicht schnell genug am Venue ist, steht vielleicht ewig in der Schlange, oder wird nach dem Einlassstop gar nicht mehr reinkommen. Also? Gut planen, wenn man nichts verpassen möchte!

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Sonnige Wege zwischen den Konzertvenues | Foto: Campusradio Dresden

Konnte man einmal einen sicheren Platz vor der Bühne ergattern, erwarten einen viele musikalische Talente. Das eine Mal spielt sich die Show im kuscheligen Club ab, das andere Mal versinkt man beeindruckt in einem weichen Theatersitz. Genauso abwechslungsreich stellt sich das Line-up vom SPOT dar und macht nach den ganzen kurzen Shows Lust, die Bands später in voller Länge zu sehen. So warten wir jetzt ungeduldig darauf, Cancer noch einmal zu hören. Das Duo setzt sich aus den Künstlern von When Saints Go Machine und Chorus Grant zusammen und hat somit in Dänemark fast den Ruf einer Supergroup. Wer die Stimme von Nikolaj Vonsild bereits in seiner Vorgängerband genossen hat, sollte Cancer unbedingt eine Chance geben. Der Frontman von When Saints Go Machine setzt sein Vibrato noch mutiger ein und lässt sein Publikum für eine kurze Zeit die Welt vergessen.

Solche Momente sind auf dem SPOT zwar sehr kurz, passieren aber öfter. Während die Musiker von Cancer viele Erfahrungen gesammelt haben und an öffentliche Auftritte gewohnt sind, ist die 18-jährige Aurora jedes Mal unglaublich aufgeregt und zu Tränen gerührt, wie positiv ihre Lieder aufgenommen werden. Und weil Talente und Bescheidenheit sich schnell rumsprechen, kann man diesen Sommer Aurora in Deutschland u.a. auf dem Appletree Garden Festival sehen.

Die Liste könnte man noch lange fortführen. Besonders empfehlen möchten wir euch Kentaur, Kill J und Sekuoia. Diese Künstler beweisen, wie abwechslungsreich die dänische Musikszene ist. Denn es ist ein fruchtbarer Boden, auf dem Musikliebhaber und –entdecker genau richtig sind. Das SPOT Festival gibt eine Chance, in Unbekanntes reinzuschnuppern, einen ersten Eindruck zu gewinnen und sein Abenteuer mit skandinavischer Musik hierzulande fortzusetzen. Das nächste Mal im Mai 2016!

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Festivalgelände tagsüber | Foto: Campusradio Dresden