Die Universitäten Leipzig, Chemnitz und Dresden verfügen schon seit den 1990er Jahren über Semestertickets. Der Leistungsumfang der Tickets wurde seitdem stetig erweitert. Ein Vergleich der Semestertickets soll nun klären wer am günstigsten unterwegs ist, wer am weitestesten kommt und wo die Grenzen liegen. Alle drei Studentenjahrestickets werden solidarisch finanziert und semesterweise beglichen. Aus diesem Grund besitzt man als Student keine Wahlmöglichkeit und muss das angebotene Komplettpaket nehmen, wenn man nicht von den verschiedenen Befreiungsmöglichkeiten Gebrauch machen kann. Alle drei Semestertickets bieten sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Das MDV-Vollticket der Universität Leipzig

Semesterticket Leipzig Bild

Leipzig geht seit dem Wintersemester 2014/2015 einen neuen Weg und löst das bisherige Sockelmodell bis zum Wintersemester 2016/2017 ab. Das MDV-Vollticket ist im Vergleich das günstigste Ticket.

Das aktuelle Ticket Ticket kostet 113 Euro und verteuert sich jedes Jahr um 4 Euro.

Johannes Groß (Studierendenrat Leipzig)

Das Ticket gilt im kompletten Mitteldeutschen Verkehrsverbund in allen darin befindlichen Städten (bspw. Leipzig, Halle,…) und in allen Bussen, Bahnen, Zügen, welche unter dem Banner des MDV unterwegs sind. Begrenzt wird das Semesterticket durch die Endhaltestellen im MDV. Somit kann man als Student aus Leipzig nicht sachsenweit mit dem Zug (SPNV) unterwegs sein und muss für eine Fahrt nach Dresden ab Oschatz zahlen. Es ist möglich sich von der Zahlung befreien zu lassen, wenn man eine Schwerbehinderung vorweisen kann oder sich ein ganzes Semester außerhalb des Gültigkeitsbereichs aufhält. In Zügen und S-Bahnen innerhalb des MDV ist die Fahrradmitnahme rund um die Uhr möglich. Innerhalb von Städten oder in Bussen sind die Leipziger den Regeln der Verkehrsbetriebe unterworfen und haben dazu detaillierte Informationen auf ihrer StuRa-Website. Jeder Student muss zusätzlich zu den Kosten des Tickets noch 1,50 Euro in einen Mobilitätsfond zahlen. Dieser ist eine Quelle für die Finanzierung der Fahrradselbsthilfewerkstätten, Fahrradständer an der Uni oder für Vergünstigungen beim Carsharing. Der derzeitige Leistungsumfang läuft für Leipzig noch bis 2019.

Das Chemnitzer Semesterticket

TU Chemnitz bearbeitet

Das Ticket der TU Chemnitz ist im Vergleich das zweitteuerste. Es schlägt mit 164,20 Euro vom gesamten Semesterbeitrag zu Buche. Das Semesterticket ist in insgesamt drei Verkehrsverbünden gültig und schlägt mit dieser Anzahl die anderen beiden Vergleichspartner. Dadurch ist es möglich Busse, Straßenbahnen und Züge im VMS, dem ZVON und im Verkehrsverbund Vogtland zu nutzen. Sachsenweite Gültigkeit im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr hat der StuRa Chemnitz mit der Deutschen Bahn ausgehandelt. Somit kann man mit dem Zug bis zum letzten Halt in Sachsen fahren. Der Fernverkehr ist von dieser Regelung jedoch ausgeschlossen.Beim „Überfahren“ der Landesgrenze mit dem Zug gelten auf einigen Transitstrecken Sonderregelungen, welche hier detailliert aufgelistet sind. In Verbindung mit den Ländertickets der Deutschen Bahn braucht man für Grenzüberschreitungen (letzter Halt Sachsen und erster Halt in angrenzendem Bundesland) nichts zu zahlen. Die Befreiungs- und Rückerstattungsmöglichkeiten sind mannigfaltig und betreffen insbesondere Zeiträume des Urlaubssemesters, Praktikums oder die Anfertigung einer Abschlussarbeit. Besonders familienfreundlich ist es insofern, als dass man alle eigenen Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr mitnehmen darf. Bei der Fahrradmitnahme ist auch Chemnitz den verschiedenen Regelungen der unterschiedlichen Verkehrsbetriebe unterworfen.

Unsere Wünsche gehen im Moment in die Richtung, dass wir gerne die verbliebenen Verkehrsverbünde, sprich den MDV und VVO, noch mit ins Boot bekommen wollen, um ein Ticket für ganz Sachsen und in allen Verkehrsmitteln anbieten zu können.

Marius Hirschfeld (Studierendenrat Chemnitz)

Das Semesterticket aus Dresden

Semesterticket Dresden bearbeitet

Der Vergleich ergibt, dass das teuerste Semesterticket aus Dresden kommt. Es kostet derzeit 175,80 Euro vom Semesterbeitrag und wird aller zwei Jahre neu verhandelt. Seine Gültigkeit besitzt es in ganz Sachsen im SPNV und in allen Verkehrsmitteln, bis auf die Sonderverkehrsmittel, im gesamten VVO. Die Grenzen des Tickets liegen, wie schon für Chemnitz, beim letzten Halt des Regionalzuges in Sachsen. Die Nutzung der Züge in Sachsen ist auch unabhängig davon um welchen Anbieter es sich handelt, weil die Landesgrenze ausschlaggebend ist. Es gilt auch nahtlos mit den Ländertickets der DB. Der StuRa Dresden hat für die vielfachen Möglichkeiten der Fahrradmitnahme, Befreiung und Rückerstattung eine detailreiche Aufschlüsselung zusammengestellt.

Ein Projekt, das wir jetzt angestoßen haben, ist, dass wir das SZ Bike mit in das Ticket integrieren wollen.

David Färber (Studienrendenrat Dresden, Bereich Mobilität)

Die Verhandlungsführer der Studierendenräte aus Chemnitz, Dresden und Leipzig haben ambitionierte Ziele, welche Sie in die nächsten Verhandlungen nehmen wollen. Wünschenswert sind auf jeden Fall einheitliche Regelungen zur Fahrradmitnahme und die Erweiterung der Tickets auf weitere Verkehrsverbünde. Dass diese, gemeinsam mit den verschiedenen Verkehrsbetrieben, dabei auch noch ein Wort mitzureden haben ist die andere Seite der Medaille.