7 Millionen Euro gibt sie pro Jahr für Lebensmittel aus. Katharina Hörold ist seit 1991 im Studentenwerk Dresden für die Beschaffung von Lebensmitteln zuständig, seit fünf Jahren sogar für den gesamten Beschaffungsvorgang. Was das genau bedeutet, hat uns Frau Hörold persönlich erklärt.

„Alle Dinge, die irgendwie von irgendwelchen KollegInnen im Studentenwerk gebraucht werden.“

Katharina Hörold , Leiterin für Beschaffung

Um genau die richtigen Mengen von Zutaten zu bestellen, die die Mensen benötigen, wird mit einem Warenwirtschaftssystem gearbeitet, das es vereinfacht, den Überblick zu behalten und Hersteller sowie Lieferanten zu kontaktieren. Dazu werden Produktbeschreibungen und Ausschreibungen geschrieben. Bedingung für die meisten Lebensmittel sind Festpreise für ein ganzes Jahr. Für Zutaten wie Kartoffeln, frisches Fleisch oder Fisch ist dies jedoch nicht möglich.

Es ist völlig undenkbar, dass wir für ein Jahr einen Festpreis für Frisch-Fleisch bekommen.

Katharina Hörold , Leiterin für Beschaffung

Größenmäßig reden wir bei den Lebensmittelbestellungen nicht von 100 Gurken, sondern über viel viel mehr. Kaum zu glauben, was pro Jahr eigentlich über den Tresen geht.

„Zum Beispiel haben wir einen ca. Jahresverbrauch von 100 Tonnen Frischfleisch!“

Katharina Hörold, Leiterin für Beschaffung

Aber Jahresspitzenreiter im Umsatz ist frisches Gemüse, gefolgt von Frischfleisch auf Platz zwei und Käse auf Platz drei. Letzteres kommt durch den vielen geriebenen Gouda zustande.

Katharina Hörold findet ihren Beruf sehr spannend. Nicht nur, weil sie mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt kommt, sondern auch aufgrund vieler witziger Geschichten. So hätte sie doch einmal fast 15 Tonnen Brokkoli für eine einzige Mensa bestellt.

„Könnte ja sein, dass die eine Grüne Woche machen wollen und es gibt eine ganze Woche Brokkoli.“

Katharina Hörold , Leiterin für Beschaffung
Auf die Qualität der Lebensmittel achtet Frau Hörold auch. Getreu dem Motto: Man muss ja wissen, was man kauft – ist auch sie schon persönlich in den Lagern unterwegs gewesen und begutachtete die bestellte Ware. 
Auch Versuche und Bemühungen, mehr regionale Produkte zu kaufen, hat sie bereits unternommen – weshalb sie Schwierigkeiten darin sieht, komplett auf sächsische Anbieter umzusatteln.

Natürlich gibt es Warengruppen, wo wir sagen: Es muss regionaler werden[…]
Und es zeigt auch unsere Qualität […]in unserer Bio-Mensa, dass es machbar ist. Natürlich muss man immer unsere Mengen berücksichtigen.

Katharina Hörold, Leiterin für Beschaffung

Deutlich wird jedoch, dass Produkte mit bestimmten Kennzeichnungen bereits aus dem Sortiment gefallen sind, die die Küchenchefs mit Basiszutaten selbst zubereiten können.


In den nächsten zwei Teilen unserer Mensa Reportage erfahrt ihr die nächsten Hürden der Lebensmittel auf dem Weg in unsere Mägen. Wir sprechen mit den Verantwortlichen der Küche sowie dem Verkauf.

Das Interview für diesen Beitrag führte Tom Funke.