„Deutschland misst!“ ist die nationale Kampagne zu einer möglichen Diabetes-Dunkelziffer. Geschätzte zwei Millionen Menschen haben in Deutschland Diabetes ohne es zu wissen. Der 14. November steht für den Weltdiabetestag, an dem durch verschiedene Aktionen auf die weitverbreitete Volkskrankheit aufmerksam gemacht werden soll. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der es zur Störung des Abbaus von Zucker im Körper kommt. Dabei wird das Hormon Insulin, welches für den Zuckertransport zuständig ist, gar nicht oder unzureichend produziert. Diabetes kann in zwei Formen unterschieden werden. Der Typ 1 kommt hauptsächlich bei jungen Menschen vor und ist eine Autoimmunerkankung. Körpereigene Abwehrstoffe zerstören die Produktion von körpereigenem Insulin. Bei der Ausprägung Typ 2 wird nicht genügend Insulin für den Verwertung von Zucker produziert. Dieser Typ tritt hauptsächlich bei Übergewicht oder im Alter auf.

Beide Erkrankungen unterscheiden sich dadurch, das beim Typ 1 Diabetes ein absoluter Insulinmangel besteht und beim Typ 2 Diabetes ein relativer Insulinmangel. Es ist sehr viel Insulin da, aber das wirkt nicht mehr.

Prof. Dr. Peter Schwarz, Uniklinikum Dresden

Vor allem für den Typ 2 sind die Symptome nicht klar erkennbar, so dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel über mehrere Jahre unbemerkt bleibt. Die Symptome von Typ 1 sind dafür umso deutlicher und rascher zu spüren. Starker Durst und damit verbundene starke Flüssigkeitsaufnahme,  häufiges Wasserlassen, plötzlicher Gewichtsverlust und allgemeine Ermüdungserscheinungen sind Anzeichen der Diabetes. Die Folgen von Diabetes können kurzfristig, wie diabetisches Koma oder eine Unterzuckerung, oder langfristig, wie Retino- oder Neuropathie, Nierenschädigung oder Diabetiker Fuß bis hin zur Amputation, sein.

Die Diabetesabteilung am Uniklinikum Dresden ist die größte Diabetesabteilung in Deutschland. Wir vereinen alle Qualitäten, die man bei der Erforschung und Behandlung des Diabetes braucht, unter einem Dach.

Prof. Dr. Peter Schwarz, Uniklinikum Dresden

In Deutschland leben etwa 7,6 Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, davon sind 96 Prozent Typ 2. Vor allem bei dieser Form ist es möglich präventiv die Erkrankung vorzubeugen. Eine gesunde Lebensweise und ausreichend Bewegung ermöglicht eine gute Einstellung des Blutzuckers und damit die Vermeidung von Folgeerkrankungen. Im Bereich des Insulintherapie existieren verschiedene Ansätze. Am weitesten verbreitet ist die externe Zuführung von Insulin über Spritzen oder Pumpen. Neuere Ansätze verfolgen die Idee einer künstlichen Bauchspeicheldrüse, so auch am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden. Hier wurde beispielweise ein Bio-Reaktor in einen Patienten eingepflanzt, welcher den Körper mit dem notwendigen Insulin versorgte.

Auf der Kampagnenseite von „Deutschland misst!“ besteht die Möglichkeit sich über Diabetes zu informieren und an einem Onlinetest für ein Diabatesrisiko teilzunehmen. Viele Apotheken bieten einen kostenlosen Blutzuckertest an.