Zu Beginn ihrer Karriere sorgten Moop Mama mit Guerilla-Konzerten in Fußgängerzonen oder Stadtparks für Aufsehen, nach eigener Aussage um „den öffentlichen Raum zurückzuerobern“. Nicht selten kam es dabei aufgrund von Ruhestörungen zu Konflikten mit der Polizei oder Ordnungsbehörden. Allzu abschreckend kann das jedoch nicht gewirkt haben, denn auch ihr aktuelles Album M.O.O.P.topia, auf welchem die Live-Dynamik und der charakteristische Drive der Band erfolgreich ins Studio übertragen wurden, wurde durch eine Guerilla (Fahrrad-)Tour beworben.

Als „Urban Brass“ bezeichnet die zehnköpfige Blaskapelle ihren extravaganten Sound, der sich hauptsächlich aus Stimme, Bläsern sowie Percussions zusammensetzt und seit 2009 in seiner Einzigartigkeit perfektioniert wird. Immer wieder wird dabei mit klassischen Mustern gebrochen und keine stilistische Kombination gescheut.

Dies könnte auch den zahlreichen Supportern geschuldet sein, so findet man auf M.O.O.P.topia beispielsweise treibenden Hip Hop, wenn Moop Mama in „Typ Ische Verhältnisse“ auf Blumentopf trifft und voller Ironie Beziehungsmuster besingt, oder soulige Klänge, die sich aus der Vereiningung mit Flomega in „Insel“ ergeben. Auch Jan Delay, mit welchem Moop Mama bereits tourte, unterstützt auf der neuen Platte.

So vielfältig wie die genutzten Stile sind auch die Inhalte des Albums. Den selbstgestellten Anspruch an eine Balance zwischen unterhaltsamer Tanzbarkeit und intelligenten Inhalten schafft Leadsänger/Rapper und Songwriter Keno Langbein offenbar mit Leichtigkeit. Natürlich finden sich viele sinnbefreite und schwerelose Songs, in denen Wortspiele, Sprichwörter und auch Kalauer nicht zu knapp verwendet werden, dennoch beweist er auch lyrisches Feingefühl und übt immer wieder Gesellschaftskritik.

„Meermenschen“ ist in dieser Hinsicht der absolute Höhepunkt. Moop Mama wollen mit einfachen Worte schwierige Sachverhalte ausdrücken und ein klareres Bild, als den Ozean symbolisch für die Flüchtlingflut zu verwenden, gäbe es wohl kaum. Diese Klarheit zieht sich auch weiter in die Vertonung, wo nachdenklicher Gesang vor zurückgenommenen Instrumenten steht. Der Song ist dennoch eindringlicher als viele der nach vorne gehenden Stücke und hinterlässt den Hörer in leiser Empathie.

Es kommen immer mehr Menschen her, ein Heer von Meermenschen
Doch hier heißt es „wir brauchen keine Menschen mehr, keine Meermenschen“
[…]
Was wäre, wenn die Meermenschen nicht mehr nur Meermenschen wären, sondern nurmehr Menschen?

Moop Mama - „Meermenschen“

Wenn ihr Moop Mama jetzt vollkommen legal und ohne Polizeieinsatz, oder zumindest in einer angemeldeten Location, erleben wollt, dann schreibt uns eine Mail mit dem Betreff „MOOPtopia“ an gluecksfee@campusradiodresden.de vielleicht ergattert ihr ja eine von 2×2 Freikarten. Viel Erfolg!