Es ist 1940, als bei Anna und Otto Quangel die Hiobsbotschaft ankommt: Ihr Sohn ist gefallen. Im 2. Weltkrieg, für den Führer, für das Vaterland. Mit einem Schlag ist alle Hoffnung verflogen und zumindest im Hause Quangel wird auf einmal klar: Dieser Krieg ist kein einziges Opfer wert.

Und auch im alltäglichen Leben der anderen Bürger Berlins geht der Krieg nicht spurlos vorbei. Egal ob Befürworter, Opportunist, Wegschauer oder vermeintlich unpolitischer Mensch – alle präsentieren uns laut und deutlich die hässliche Fratze des Faschismus und Nationalismus. Während es in diesen Zeiten an jeder Ecke „Verrat und Misstrauen“ schreit, beginnt jenes nur allzu gewöhnliche Ehepaar, die Quangels, heimlich in seinen 4 Wänden einen Postkartenprotest.

Ein Protest, der so unscheinbar und still wie seine Initiatoren anfängt und doch zu Aufruhr in ganz Berlin zu führen scheint. Frei nach dem Motto „Stille Wasser sind tief“ erzählt diese Inszenierung mit ganz leisen Tönen vom Mut und Stolz, die sich jeder Einzelne auch in der Krise und im größten Unrecht bewahren muss.

„Jeder stirbt für sich allein“ läuft seit Dezember regelmäßig im Staatsschauspiel Dresden. Tickets sind ab 15€ erhältlich.